Der Findling.
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gleichwohl aber durch die natürliche Kraft ihrer Gesundheit den Zu-fall überwand, und bis auf eine sonderbare Schwermnth, die ihrzurückblieb, sich ziemlich wieder erholte.
So verfloß ein Jahr, als Constanze, Nicolo's Gemahlin, nieder-kam, und sammt dem Kinde, das sie geboren hatte in den Wochenstarb. Dieser Vorfall, bedauernswürdig an sich, weil ein tugend-haftes und wohlerzogenes Wesen verloren ging, war es doppelt, weiler den beiden Leidenschaften Nicolo's, seiner Bigotterie und seinemHange zn den Weibern, wieder Thor und Thür öffnete. GanzeTage lang trieb er sich wieder, unter dem Vorwand sich zn trösten,in den Zellen der Carinelitermönchc umher, und gleichwohl wußteman, daß er während der Lebzeiten seiner Frau nur mit geringerLiebe und Treue an ihr gehangen hatte. Ja Constanze war nochnicht unter der Erde, als Elvirc schon zur Abendzeit, in Geschäftendes bevorstehenden Begräbnisses in sein Zimmer tretend, ein Mäd-chen bei ihm fand, das geschürzt und geschminkt, ihr als die Zoseder Laviera Tartini nur zu wohl bekannt war. Elvire schlug beidiesem Anblick die Augen nieder, kehrte sich ohne ein Wort zn sagenum, und verließ das Zimmer; weder Piachi noch sonst jemand er-fuhr ein Wort von diesem Vorfall, sie begnügte sich mit betrüb-tem Herzen bei der Leiche Constanzens, die den Nicolo sehr geliebthatte, niederzuknieen und zu weinen. Zufällig aber traf cS sich, daßPiachi, der in der Stadt gewesen war, beim Eintritt in sein Hausdem Mädchen begegnete, und da er wohl merkte, was sie hier znschaffen gehabt hatte, sie heftig anging »nd ihr halb mit List, halbmit Gewalt, den Brief den sic bei sich trug abgewan». Er gingans sein Zimmer, um ihn zu lesen, und fand was er vorausgeschcnhatte, eine dringende Bitte Nicolo's an Lavier«, ihm Behufs einerZusammenkunft, nach der er sich sehne, gefälligst Ort und Stundezu bestimmen. Piachi setzte sich nieder und antwortete mit verstell-ter Schrift im Namen Laviera's: „gleich, noch vor Nacht, in der