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Die Verlobung in St. Domingo.
derte dm Osficier, der sich in das Fenster gelehnt hatte, auf, sichdarin zu erquicken. Der Osficier ließ sich, während er sich schwei-gend von der Halsbinde und der Weste befreite, auf den Stuhl nie-der; er schickte sich an, sich die Füße zu entblößen, und währenddas Mädchen, ans ihre Kniee vor ihm hingckanert, die kleinen Vor-kehrungen zum Bade besorgte, betrachtete er ihre einnehmende Gestalt.Ihr Haar, in dunkeln Locken schwellend, war ihr, als sie niedcrknicte,ans ihre jungen Brüste herabgerollt; ein Zug von ausnehmenderAnmnth spielte um ihre Lippen und über ihre langen, über die ge-senkten Angen hervorragenden Augenwimper; er hätte, bis auf dieFarbe, die ihm anstößig war, schwören mögen, daß er nie etwasSchöneres gesehen. Dabei fiel ihm eine entfernte Achnlichkeit, erwußte noch selbst nicht recht mit wem, ans, die er schon bei seinemEintritt in das Haus bemerkt hatte, und die seine ganze Seele fürsie in Anspruch nahm. Er ergrifs sie, als sie in den Geschäften, diesie betrieb, ausstand, bei der Hand, und da er gar richtig schloß,daß es nur ein Mittel gab, zu erprüfen, ob das Mädchen ein Herzhabe oder nicht, so zog er sie auf seinen Schooß nieder »nd fragtesie, ob sie schon einem Bräutigam verlobt wäre. Nein! lispelte dasMädchen, indem sie ihre großen schwarzen Augen in lieblicher Ver-schämtheit zur Erde schlug. Sie setzte, ohne sich auf seinem Schooßzu rühren, hinzu, Konelly, der junge Neger aus der Nachbarschaft,hätte zwar vor drei Monaten um sie angehalten; sie hätte ihn aber,weil sie noch zu jung wäre, ansgeschlagen. Der Fremde, der mitseinen beiden Händen ihren schlanken Leib umfaßt hielt, sagte: inseinem Vaterlande wäre nach einem daselbst herrschenden Sprichwortein Mädchen von vierzehn Jahren und sieben Wochen bejahrt genug,um zu heirathen. Er fragte, während sie ein kleines, goldenes Kreuz,das er aus der Brust trug, betrachtete, wie alt sie wäre. — Fünf-zehn Jahre, erwiederte Toni. Nun also! sprach der Fremde. Fehltes ihm denn an Vermögen, um sich häuslich, wie du es wünschest,