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Die Verlobung in St. Domingo.
aufzusuchen. Vergebens schickten wir in der verflossenen Nacht un-sere Bedienten ans, nm ein wenig Brod und Wein Lei den Ein-wohnern des Landes anfzutreibcn; Furcht, ergriffen und gctödtet zuwerden, hielt sie ab die entscheidenden Schritte deshalb zu thun, der-gestalt daß ich mich selbst heute mit Gefahr meines Lebens habeaufmachen müssen, nm mein Glück zu versuchen. Der Himmel,wenn mich nicht Alles trügt, snhr er fort, indem er die Hand derAlten drückte, hat mich mitleidigen Menschen zngcsührt, die jenegrausame und unerhörte Erbitterung, welche alle Einwohner dieserInsel ergriffen hat, nicht theilcn. Habt die Gefälligkeit, mir für-reichlichen Lohn einige Körbe mit Lebensmitteln und Erfrischungenauzusüllen; wir haben nur noch fünf Tagereisen bis Port au Priuce,und wenn ihr uns die Mittel verschafft diese Stadt zu erreichen,so werden wir euch ewig als die Retter unseres Lebens ansehcn. —Ja diese rasende Erbitterung! heuchelte die Alte. Ist cs nicht, alsob die Hände Eines Körpers, oder die Zähne Eines Mundes gegeneinander wüthcn wollten, weil das eine Glied nicht geschaffen ist,wie das andere? Was kann ich, deren Vater aus St. Jago vonder Insel Cuba war, für den Schimmer von Licht, der ans meinemAntlitz, wenn es Tag wird, erdämmert? und was kann meine Toch-ter, die in Europa empfangen und geboren ist, dafür, daß der volleTag jenes Welttheils von dem ihrigen wiederscheint? — Wie? riefder Fremde. Ihr, die ihr nach eurer ganzen Gesichtsbildnng eineMulattin und mithin afrikanischen Ursprungs seid, ihr wäret sammtder lieblichen jungen Mestize, die mir das Hans anfmachte, mit unsEuropäern in Einer Verdammniß? — Beim Himmel! erwiderte dieAlte, indem sie die Brille von der Nase nahm: meint ihr, daß daskleine Eigenthnm, das wir uns in mühseligen und jammervollenJahren durch die Arbeit unserer Hände erworben haben, dies grim-mige, aus der Hölle stammende Näubergesindel nicht reizt? Wennwir uns nicht durch List und den ganzen Inbegriff jener Künste,