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DI« Marquise von O....
wen erwarten wir denn — ? Die Marquise rief, indem sie sich plötz-lich wandte: nun? doch ihn nicht—? und schlug mit einem Blickfunkelnd wie ein Wetterstrahl auf ihn ein, indessen Blässe des Todesihr Antlitz überflog. Der Graf hatte ein Knie vor ihr gesenkt; dierechte Hand lag auf seinem Herzen, das Haupt sanft ans seine Brustgebeugt, lag er, und blickte hochglühend vor sich nieder und schwieg.Wen sonst, rief die Obristin mit beklemmter Stimme, wen sonst,wir Sinnberaubtcn, als ihn—? Die Marquise stand starr über ihm,und sagte: ich werde wahnsinnig werden, meine Mutter! Du Thö-rin, crwicderte die Mutter, zog sie zu sich, und flüsterte ihr etwasin das Ohr. Die Marquise wandte sich und stürzte, beide Händevor daö Gesicht, ans den Sopha nieder. Die Mutter rief: Unglück-liche! was fehlt dir? was ist geschchn, worauf du nicht vorbereitetwarst? — Der Graf wich nicht von der Seite der Obristin; erfaßte, immer noch auf seinen Knieen liegend, den äußersten Saumihres Kleides und küßte ihn. Liebe! Gnädige! Verehrungswürdigstc!flüsterte er; eine Thräne rollte ihm die Wangen herab. Die Obri-stin sagte: stehn Sie auf, Herr Graf, stehn Sie ans! trösten Siejene; so sind wir Alle versöhnt, so ist Alles vergeben und vergessen.Der Graf erhob sich weinend. Er ließ sich von Neuem vor derMarquise nieder, er faßte leise ihre Hand, als ob sie von Gold wäre,und der Duft der seinigcn sie trüben könnte. Doch diese—: gehnSie! gehn Sie! gehn Sie! rief sie, indem sie anfstand; auf einenLasterhaften war ich gefaßt, aber auf keinen-Teufel! öff-
nete, indem sie ihm dabei gleich einem Pestvergifteten answich, dieThür des Zimmers, und sagte: ruft den Obristen! — Jnlietta! riefdie Obristin mit Erstaunen. Die Marquise blickte mit tödtenderWildheit bald aus den'Grafen, bald auf die Mutter ein; ihre Brustflog, ihr Antlitz loderte: eine Furie blickt nicht schrecklicher. DerObrist und der Forstmeister kamen. Diesem Mann, Vater, sprachsie, als jene noch unter dem Eingang waren, kann ich mich nicht