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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Die Marquise von O....

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Vermählung einzugehcn, dunkel war, suchte vergebens diesen Umstandzur Sprache zu bringen. Der Commandant bat immer ans eineArt die einem Befehle gleich sah, zu schweigen; versicherte, indem ereinst bei einer solchen Gelegenheit ein Portrait herabnahm, das nochvon ihr an der Wand hing, daß er sein Gedächtniß ihrer ganz zuvertilgen wünsche; mnd meinte, er hätte keine Tochter mehr. Dar-auf erschien der sonderbare Aufruf der Marguise in den Zeitungen.Die Obristin, die auf das lebhafteste darüber betroffen war, gingmit dem Zeitnngsblatt, das sie von dem Commandantcn erhaltenhakte, in sein Zimmer, wo sie ihn an einem Tisch arbeitend fand,und fragte ihn, was er in aller Welt davon halte? Der Comman-dant sagte, indem er fortschrieb: o! sie ist unschuldig. Wie! riefFrau von G..., mit dem alleräußersten Erstaunen: unschuldig?Sie hat es im Schlaf gethan, sagte der Commandant, ohne aufzu-sehen. Im Schlafe! versetzte Frau von G... Und ein so unge-heurer Vorfall wäre? Die Närrin! ries der Commandant, schobdie Papiere übereinander und ging weg.

Am nächsten Zcitungstage las die Obristin, da Leide beim Früh-stück saßen, in einem Jntelligenzblatt, das eben ganz feucht von derPresse kam, folgende Antwort:

Wenn die Frau Marguise von O... sich am 3tcn .... 11 UhrMorgens, im Hanse des Herrn von G..., ihres Vaters, einfindcnwill: so wird sich derjenige, den sie sucht, ihr daselbst zu Füßenwerfen."

Der Obristin verging, che sie noch auf die Hälfte dieses uner-hörten Artikels gekommen war, die Sprache; sie überflog das Endeund reichte das Blatt dem Commandantcn dar. Der Obrist dnrch-las bas Blatt dreimal, als ob er seinen eigenen Augen nicht traute.Nun sage mir um des Himmels Willen, Lorcnzo, ries die Obristin,was hältst du davon? O die Schändliche! versetzte der Commandantund stand auf; o die verschmitzte Heuchlerin! Zehnmal die Scham-