Die Marquise von O-
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worden wäre; daß er mehrere Monate daselbst an seinem Leben ver-zweifelt hätte; daß während dessen die Fran Marquise sein einzigerGedanke gewesen wäre; daß er die Lust und den Schmerz nicht be-schreiben konnte, die sich in dieser Vorstellung umarmt hatten; daßer endlich nach seiner Wiederherstellung wieder zur Armee gegangenwäre; daß er daselbst die lebhafteste Unruhe empfunden hätte; daßer mehrere Male die Feder ergriffen, nm in einem Briefe an denHerrn Obristen und die Frau Marquise seinem Herzen Luft zu ma-chen; daß er plötzlich mit Depeschen nach Neapel geschickt wordenwäre; daß er nicht wisse, ob er nicht von dort weiter nach Constan-tiuopel werde abgcordert werden; daß er vielleicht gar nach St. Pe-tersburg werde gehen müssen; daß ihm inzwischen unmöglich wäre,länger zu leben, ohne über eine nothwendige Forderung seiner Seeleins Reine zu kommen; daß er dem Drang, Lei seiner Durchreisedurch M... einige Schritte zu diesem Zweck zu thun, nicht habewiderstehen können; kurz, daß er den Wunsch hege, mit der Handder Fran Marquise beglückt zu werden, und daß er auf das ehr-furchtsvollste, inständigste und dringendste bitte, sich ihm hierübergütig zu erklären. — Der Commandant, nach einer langen Panse,crwiederte: baß ihm dieser Antrag zwar, wenn er, wie er nichtzweifle, ernsthaft gemeint sei, sehr schmeichelhaft wäre. Bei dem Todeihres Gemahls, des Marquis vonO..., hätte sich seine Tochter aberentschlossen keine zweite Vermählung einzugehen. Da ihr jedoch kürz-lich von ihm eine so große Verbindlichkeit auserlegt worden sei, sowäre es nicht unmöglich, daß ihr Entschluß dadurch seinen Wünschengemäß eine Abänderung erleide; er bitte sich inzwischen die Erlaub-nis; für sie aus, darüber im Stillen während einiger Zeit Nachdenkenzu dürfen. Der Graf versicherte, daß diese gütige Erklärung zwaralle seine Hoffnungen befriedige; daß sie ihn unter anderen Umstan-den auch völlig beglücken würde; daß er auch die ganze Unschicklich-keit fühle, sich mit derselben nicht zu beruhigen; daß dringende Ver-