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Die Marquise von O....
Tochter auf, sich auf das Landgut entweder der letzteren oder seinesSohnes, das bei V... lag, zurückznziehen. Doch ehe sich die Ab-schätzung noch, hier der Bedrängnisse, denen man in der Festung,dort der Gräuel, denen man ans dem platten Lande ansgcsetzt seinkonnte, ans der Wage der weiblichen Ueberlegnng entschieden hatte,war die Citadelle von den russischen Truppen schon berennt nnd ans-gefordert, sich zu ergeben. Der Obrist erklärte gegen seine Familie,daß er sich nnnmehr verhalten wurde, als ob sie nicht vorhandenwäre; und antwortete mit Kugeln und Granaten. Der Feind sei-nerseits bombardirte die Citadelle. Er steckte die Magazine in Brand,eroberte ein Anßenwerk, nnd als der Commandant nach einer noch-maligen Aufforderung mit der Uebergabe zauderte, so ordnete ereinen nächtlichen Ueberfall an und eroberte die Festung mit Sturm.
Eben als die russischen Truppen unter einem hestigen Hanbitzen-spiel von außen eindrangcn, fing der linke Flügel des Commandan-tenhanseS Feuer und nöthigte die Frauen, ihn zu verlassen. DieObristm, indem sie der Tochter, die mit den Kindern die Treppehinabfloh, nacheilte, rief, daß man zusammenbleiben nnd sich in dieunteren Gewölbe flüchten möchte; doch eine Granate, die eben indiesem Augenblicke in dem Hanse zerplatzte, vollendete die gänzlicheVerwirrung in demselben. Die Marquise kam mit ihren beidenKindern ans den Vorplatz des Schlosses, wo die Schüsse schon imheftigsten Kampf durch die Nacht blitzten, nnd sie, besinnungslos,wohin sie sich wenden solle, wieder in das brennende Gebäude zu-rückjagten. Hier unglücklicher Weise begegnete ihr, da sie eben durchdie Hinterthür entschlüpfen wollte, ein Trupp feindlicher Scharf-schützen, der bei ihren: Anblick plötzlich still ward, die Gewehre überdie Schultern hing, nnd sie unter abscheulichen Gcberden mit sichfortführte. Vergebens rief die Marquise, von der entsetzlichen, sichunter einander selbst bekämpfenden Rotte bald hier bald dort hingezerrt, ihre zitternden durch die Pforte zurücksliehendcn Frauen zu