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Michael Kohlhaas.
einem flüchtigen Blick auf den Kreis, den das Volk bildete, in ge-ringer Entfernung von sich zwischen zwei Rittern, die ihn mit ihrenLeibern halb deckten, den wohlbekannten Mann mit blanen und wei-ßen Federbüschen wahrnahm. Kohlhaas löste sich, indem er miteinem plötzlichen, die Wache, die ihn umringte, befremdenden Schritt,dicht vor ihn trat, die Kapsel von der Brust; er nahm den Zettelheraus, entsiegelte ihn, und überlas ihn, und das Auge unverwandtauf den Mann mit blauen und weißen Federbüschcn gerichtet, derbereits süßen Hoffnungen Raum zu geben anfing, steckte er ihn inden Mund und verschlang ihn. Der Manu mit blauen und weißenFederbüschcn sank Lei diesem Anblick ohnmächtig in Krämpfen nieder.Kohlhaas aber, während die bestürzten Begleiter desselben sich herab-beugteu und ihn vom Boden aufhoben, wandte sich zu dem Schaffet,wo sein Haupt unter dem Beil des Scharfrichters fiel. Hier endigtdie Geschichte vom Kohlhaas. Man legte die Leiche unter einer all-gemeinen Klage des Volks in einen Sarg; und während die Trägersie aufhoben, um sie anständig auf dem Kirchhof der Vorstadt zu be-graben, rief der Kursürst die Söhne des Abgeschiedenen herbei undschlug sie, mit der Erklärung an den Erzkanzlcr, daß sie in seinerPagenschule erzogen werden sollten, zu Rittern. Der Kursürst vonSachsen kam bald darauf, zerrissen au Leib und Seele, nach Dres-den zurück, wo man das Weitere in der Geschichte Nachlesen muß.Vom Kohlhaas aber haben noch im vergangenen Jahrhundert imMecklenburgischen einige frohe und rüstige Nachkommen gelebt.