Michael AohlhaaS.
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fühl des Schreckens den er verursachen würde, erwiedert: daß erMichael Kohlhaas der Roßhändler sei; als Luther schon: weiche fernhinweg! ausrief, und indem er vom Pult erstehend nach einer Klin-gel eilte, hinznsetzte: dein Odem ist Pest und deine Nähe Verder-ben! Kohlhaas, indem er ohne sich vom Platz zu regen sein Pistolzog, sagte: Hochwürdiger Herr, dies Pistol, wenn ihr die Kingelrührt, streckt mich leblos zu euren Füßen nieder! setzt euch, und hörtmich an; unter dm Engeln, deren Psalmen ihr aufschreibt, seid ihrnicht sicherer, als bei mir. Luther, indem er sich niedersctzte, fragte:was willst du? Kohlhaas erwiederte: eure Meinung von mir, daßich ein ungerechter Mann sei, widerlegen! Ihr habt mir in euremPlakat gesagt, daß meine Obrigkeit von meiner Sache nichts weiß:wohlan, verschafft mir freies Geleit, so gehe ich nach Dresden, undlege sie ihr vor. Heilloser und entsetzlicher Mann! rief Luther, durchdiese Worte verwirrt zugleich und beruhigt: wer gab dir das Recht,den Junker von Tronka in Verfolg eigenmächtiger Rechtsschlüsse zuüberfallen, und da du ihn auf seiner Burg nicht fandst, mit Feuerund Schwert die ganze Gemeinschaft hcimzusnchen, die ihn beschirmt?Kohlhaas erwiederte: hochwürdiger Herr, niemand, fortan! EineNachricht, die ich aus Dresden erhielt, hat mich getäuscht, mich ver-führt! der Krieg, den ich mit der Gemeinheit der Menschen führe,ist eine Missethat, sobald ich aus ihr nicht, wie ihr mir die Ver-sicherung gegeben habt, verstoßen war! Verstoßen! rief Luther, in-dem er ihn ansah. Welch' eine Raserei der Gedanken ergriff dich?Wer hätte dich aus der Gemeinschaft des Staats in welchem du leb-test verstoßen? Ja, wo ist, so lange Staaten bestehen, ein Fall, daßjemand, wer es auch sei, daraus verstoßen worden wäre? — Ver-stoßen, antwortete Kohlhaas, indem er die Hand zusammendrückte,nenne ich den, dem der Schutz der Gesetze versagt ist! Denn diesesSchutzes zum Gedeihen meines friedlichen Gewerbes bedarf ich; jaer ist es, dessenhalb ich mich mit dein Kreis dessen, was ich erwor-H. v. Kleist'« Werke. III. Bd. 4