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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
Entstehung
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Michael Kohlhaas.

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trittst, in der Meinung ihn anznklagen, er heiteren Antlitzeswird sprechen können: diesem Mann, Herr, that ich kein Unrecht,denn sein Dasein ist meiner Seele sremd. Das Schwert, wisse,das dn führst, ist das Schwert des Raubes und der Mordlnst,ein Rebell bist dn und kein Krieger des gerechten Gottes, unddein Ziel auf Erden ist Rad und Galgen, und jenseits die Ver-dammniß, die über die Misscthat und die Gottlosigkeit ver-hängt ist.

Wittenberg, n. s. w. Martin Luther."

Kohlhaas wälzte eben ans dem Schlosse zu Lützen einen neuenPlan Leipzig einzuäschern in seiner zerrissenen Brust herum: — dennauf die in den Dörfern angeschlagene Nachricht, daß der JunkerWenzel in Dresden sei, gab er nichts, weil sie von Niemand, ge-schweige denn vom Magistrat, wie er verlangt hatte, unterschriebenwar: — als Sternbald und Waldmann das Plakat, das zur Nacht-zeit an den Thorweg des Schlosses angeschlagen worden war, zuihrer großen Bestürzung bemerkten. Vergebens hofften sie durch meh-rere Tage, daß Kohlhaas, den sie nicht gern deshalb antretcn woll-ten, es erblicken würde; finster und in sich gekehrt in der Abend-stunde erschien er zwar, aber bloß um seine kurzen Befehle zu ge-ben, und sah nichts: dergestalt daß sie an einem Morgen, da er einPaar Knechte, die in der Gegend wider seinen Willen geplünderthatten, ausknüpfen lassen wollte, den Entschluß faßten, ihn darausaufmerksam zu machen. Eben kam er, während das Volk von bei-den Seiten schüchtern auswich, in dem Aufzuge, der ihm seit seinemletzten Mandat gewöhnlich war, von dem Richtplatz zurück: ein gro-ßes Chernbsschwert aus einem rothlcdernen Kissen, mit Quasten vonGold verziert, ward ihm vorangetragen, und zwölf Knechte, mitbrennenden Fackeln folgten ihm: da traten die beiden Männer, ihreSchwerter unter dem Arm, so, daß cs ihn befremden mußte, nmden Pfeiler, an welchem das Plakat an geheftet war, hernm. Kohl-