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Michael Kohlhaas.
Wenzel der Junker befinde sich bei seinen Vettern Hinz und Kunzin Dresden.
Unter diesen Umständen übernahm der Doctor Martin Lutherdas Geschäft, den Kohlhaas durch die Kraft beschwichtigender Worte,von dem Ansehn, das ihm seine Stellung in der Welt gab, unter-stützt, in den Damm der menschlichen Ordnung znrückzndrückcn, undauf ein tüchtiges Element in der Brust des Mordbrenners bauend,erließ er ein Plakat folgenden Inhalts an ihn, das in allen Städtenund Flecken des Kurfürstenthnms angeschlagen ward:
„Kohlhaas, der du dich gesandt zu sein vorgiebst, das Schwert derGerechtigkeit zu handhaben, was unterfängst du dich, Vermesse-ner, im Wahnsinn stockblinder Leidenschaft, du, den Ungerechtig-keit selbst vom Wirbel bis zur Sohle erfüllt? Weil der Landes-herr dir, dem du unterthan bist, dein Recht verweigert hat, deinRecht in den: Streit um ein nichtiges Gut, erhebst du dich,Heilloser, mit Feuer und Schwert, und brichst wie der Wolfder Wüste in die friedliche Gemeinheit, die er beschirmt. Du,der die Menschen mit dieser Angabe voll Unwahrhaftigkeit undArglist verführst: meinst dn Sünder, vor Gott dereinst an demTage, der in die Falten aller Herzen scheinen wird, damit aus-zukommen? Wie kannst du sagen, daß dir dein Recht verwei-gert worden ist, du, dessen grimmige Brust vom Kitzel schnöderSelbstrache gereizt nach den ersten leichtfertigen Versuchen, diedir gescheitert, die Bemühung gänzlich anfgegeben hat, es dirzu verschaffen? Ist eine Bank voll Gerichtsdienern und Scher-gen, die einen Brief, der gebracht wird, unterschlagen, oder einErkenntniß, das sie abliefern sollen, znrückhalten, deine Obrig-keit? Und muß ich dir sagen, Gottvergessener, daß deine Obrig-keit von deiner Sache nichts weiß — was sag' ich? daß derLandesherr, gegen den du dich anslehnst, auch deinen Namennicht kennt, dergestalt daß wenn dereinst dn vor Gottes Thron