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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
Entstehung
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Michael Kohlhaas.

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hete er einige Stunden unter dem Burgthore von seinen jämmer-lichen Geschäften aus.

Gegen Mittag kam Herse und bestätigte ihm, was ihm seinHerz, immer ans die trübsten Ahndungen gestellt, schon gesagt hatte:nämlich daß der Junker in dem Stift zu Erlabrnnn bei der altenDame Antonia von Tronka, seiner Tante, befindlich sei. Es schien,er hatte sich durch eine Thür, die an der Hinteren Wand des Schlos-ses m die Luft hinausging, über eine schmale steinerne Treppe ge-rettet, die unter einem kleinen Dach zu einigen Kähnen in die Elbehinablief. Wenigstens berichtete Herse, daß er in einem Elbdorfeznm Befremden der Leute, die wegen des Brandes in der Tronken-bnrg versammelt gewesen, um Mitternacht in einem Nachen ohneSteuer und Ruder angekommen und mit einem Dorffuhrwcrke nachErlabrnnn weiter gereiset sei. Kohlhaas senszte bei dieser Nach-richt tief aus; er fragte, ob die Pferde gefressen hätten? und daman ihm antwortete: ja! so ließ er den Hausen aufsitzen, und standschon in drei Stunden vor Erlabrnnn. Eben unter dem Gemur-mel eines entfernten Gewitters am Horizont, mit Fackeln, die er sichvor dem Ort angesteckt, zog er mit seiner Schaar in den Klosterhofein, und Waldmann der Knecht der ihm entgegentrat meldete ihm,daß das Mandat richtig abgegeben sei, als er die Aebtissin und denStistsvogt in einem verstörten Wortwechsel unter das Portal desKlosters treten sah; und während jener, der Stiftsvogt, ein kleineralter schneeweißer Mann, grimmige Blicke auf Kohlhaas schießend,sich den Harnisch anlegen ließ und den Knechten, die ihn umringten,mit dreister Stimme Mief, die Sturmglocke zu ziehn: trat jene, dieStiftsfrau, das silberne Bildniß des Gekreuzigten in der Hand, bleichwie Linnenzeug von der Rampe herab und warf sich mit allen ih-ren Jungfrauen vor Kohlhaasens Pferd nieder. Kohlhaas, währendHerse und Sternbald den Stiftsvogt, der kein Schwert in der Handhatte, überwältigten und als Gefangenen zwischen die Pferde führ-