Michael Kohlhaas.
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bekümmern, auf dein Platz stehen, schwang sich, indem er versicherte,daß er sich Recht zn verschaffen wissen würde, ans seinen Braunenund ritt davon.
Spornstreichs auf dem Wege nach Dresden war er schon, alser bei dem Gedanken an den Knecht und an die Klage, die man ansder Burg gegen ihn führte, schrittweis zu reiten anfing, sein Pferd,ehe er noch tausend Schritt gemacht hatte, wieder wandte, und zurvorgängigcn Vernehmung des Knechts, wie es ihm klug und gerechtschien, nach Kohlhaasenbrück einbog. Denn ein richtiges, mit der ge-brechlichen Einrichtung der Welt schon bekanntes Gesühl machte ihntrotz der erlittenen Beleidigungen geneigt, falls nur wirklich demKnecht, wie der Schloßvogt behauptete, eine Art von Schuld beizu-messen sei, den Verlust der Pferde als eine gerechte Folge davon znverschmerzen. Dagegen sagte ihm ein eben so vortreffliches Gefühl,und dies Gefühl faßte tiefere und tiefere Wurzeln in dem Maaße,als er weiter ritt, und überall, wo er einkchrte, von den Ungerech-tigkeiten hörte, die täglich ans der Tronkenbnrg gegen die Reisendenverübt wurden: daß wenn der ganze Vorfall, wie es allen Anscheinhabe, bloß abgekartet sein sollte, er mit seinen Kräften der Welt indie Pflicht verfallet! sei, sich Gcnugthnung für die erlittene Kränkungund Sicherheit für zukünftige seinen Mitbürgern zn verschaffen.
Sobald er bei seiner Ankunft in Kohlhaasenbrück Lisbeth, seintreues Weib, umarmt und seine Kinder, die um seine Kniee froh-lockten, geküßt hatte, fragte er gleich nach Herse dem Großknecht,und ob man nichts von ihm gehört habe? Lisbeth sagte: ja lieb-ster Michael, dieser Herse! denke dir, daß dieser unselige Mensch voretwa vierzehn Tagen, ans das jämmerlichste zerschlagen, hier ein-trifft; nein, so zerschlagen, daß er auch nicht frei athmen kann. Wirbringen ihn zn Bett, wo er heftig Blut speit, und vernehmen aufunsre wiederholten Fragen eine Geschichte, die keiner versteht. Wieer von dir mit Pferden, denen man den Durchgang nicht verstauet,