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1 (1850)
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Lottericen, welche erst gegen Ende des Mittelalters aufkamen undanfangs in einzelnen Ausspielungen von Waaren bestanden, oft fürwohlthätige Zwecke; dann kamen Geldgewinnste an die Reihe unddas Spiel kam in fortwährenden Gang. 1530 eine Geldlotterie desStaates in Florenz. Erste Ziehung in London im Jahre 1569, Ge-winnste in Silbergeschirr, der Ueberschuß zum Unterhalte der See-häfen bestimmt; in Paris 1572 und 1588 zur Ausstattung dürfti-ger Mädchen. Hamburg ISIS, Nürnberg 1699 rc. Beckmanna. a. O.

(e) Z. B. Frankfurter Stadtlotterie, jährlich 2 Spiele, jedes zu 6 Zieh-ungen oderElasten," deren letzte über 4 Monate nach der erstenerfolgt. In der ersten Ziehung sind 26 000 Loose, in der letzten nurnoch 18 400. Ein Loos kostet durch alle Ziehungen (Elasten) 61424 22168 fl. oder zusammen 90 fl. Den Gewinnendenwerden außer dem baaren Betrage auch Freiloose für die nächsteZiehung gegeben. Unter der Voraussetzung, daß mit Ausnahme dererforderlichen Freiloose alle anderen Loose abgcsetzt werden, zahlendie Spielenden in allen 6 Elasten 1 >455800 fl., wovon die Einnehmer107 500 fl.(7,^ Proc.,)crhaltcn,dieGewinnstebetragen l-l54574fl.(79,2 Proc.), der Antheil des Staats 141041 fl. (9,Proc.), dieDecimation der Freiloose 52 685 fl. Preußen: jährlich 2mal 5zusammenhängende Elasten oder Ziehungen; ein Loos kostet in jederElaste 8 Nthlr., es werden aber auch halbe und Loose abgegeben.Ertrag, D. 184046 rein 943844 Rthlr., A. 1849 1 -029917Rthlr., nämlich 12(^. Proc. von den Gewinnsten, die zu 6-895000Rthlr. angenommen sind, und einige Nebcneinnahmen, Kosten207917 Rthlr. Für 1850 ist der Antheil der Einnehmer an denGewinnsten von 3 auf 2 Proc., die Hebgebühr von 1(4 auf 1 Proe.herabgesetzt worden. In Dänemark 1844 339290 Rthlr. Einsätze,256502 Rthlr. Gewinnste, 68 495 Rthlr Reinertrag, in den Her-zogthümern aber bei 93 559 Rthlr. Einsätzen eine Mehrausgabe von45 155 Rthlr. Im I. 1841 brachte die Classenlotterie in den Herzog-thümcrn (80 431 Rthlr. Einsätze) einen Reinertrag von 15513Rthlr., während im Königreich D. (261 436 Rthlr. E.) die Mehr-ausgabe 2376 Rthlr. betrug. Mecklenburg-Schwerin, Pachtertrag4627 Rthlr.

(et) In der Frankfurter Lotterie werden von Gewinnsten und Prämienunter 1000 fl. 10 Proe., von den höheren 12 Proc. abgezogen,bei den preuß. Lotterien 12/2 Proc. Der Reinertrag in Preußen istfür 1848 auf 875 000 Rthlr. gesetzt, von etwa 7-814 000 Rthlr.Einsätzen.

(s) Für den nicht verkauften Theil der Loose muß die Anstalt mitspielcn.

(/) Wohlfeile oder getheilte Loose reizen stärker. In der früheren waadt-ländischen Lotterie kostete 1 Billet durch alle Elasten 30 Schweizer-franken, aber in der ersten nur 2 Fr. (1 fl. 33 kr.). Es hat sich ge-zeigt, daß von 2007 Billets nur 164 an reiche Leute, 909 an Perso-nen in mittelmäßigen Umständen, 934 aber anArme, Falliten undUnterstützte" abgesetzt wurden. Der Staat hatte von jeder einzelnenUnternehmung gegen 14000 Fr. Reinertrag und 6000 Fr. Kosten.S. Forel und Jaquet in den N. Vcrhandl. der Schweiz, gemein-nütz. Gcsellsch. V, 353 (1829.)

(</) Die britische Classenlotterie wurde 1826 durch Par-lamentsbeschluß für immer aufgehoben. Die letzte Zie-