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die Staatsmänner handelten, doch muß man bei diesem Schluffesehr vorsichtig sepn, indem Manches mehr dem Zufalle oder ei-nem dunkeln Gefühle, als der Ueberlcgung zuzuschreiben ist.Man kann drei Perioden von sehr ungleicher Lange annehmcn.
I. Unwissenschaftlicher Zustand. Dem ganzen Alter-thume war eine wissenschaftliche Behandlung des Finanzwesensfremd und dieser wichtige Theil der Negierungsgeschäfte standin einer Geringschätzung, deren nachthcilige Folgen wir in derGeschichte der alten Staaten nicht verkennen können. Die we-nigen auf uns gekommenen Schriften von finanziellem Inhaltesind, obschon für die Kenntniß der alten Staaten lehrreich, dochfür die Theorie von sehr geringem Werthe (»).
(a) Lcnophons kleine Schrift: n(>--ooä«>>, ge regilibim
reipubl. Ltlieiiik»si8, enthält Vorschläge zur Vermehrung derathenischen Staatseinkünfte, wobei besonders das Streben, demStaate zureichende Einkünfte aus seinem eigenen Gebiete, unab-hängig von fremden Zuflüssen, zu verschaffen, ferner die Empfeh-lung des Bergbaues auf Silber und die Meinung, die Vermeh-rung dieses Metalls könne den Preis desselben nicht erniedrigen,bemerkenswcrth ist. Deutsch (mit einem weitschweifigen Commen-tar) von Zincke, Wolfenbüttcl, 17L3. vgl. IIv)iiier, Ile. xiidl.et rur. <les Vrec8, S. 319. — Das 2. Buch der angeblichen ari-stotelischen Oekonomik (§. 12 f-j) ist vielleicht unächt. Vgl.jedoch Heeren, Ideen, 4. Ausg. III. S. LS2.
§. 20 .
Als nach dem Ende des Mittelalters die Staatswissenschaftwieder erweckt wurde, verbreiteten sich die politischen Schrift-steller auch über das Finanzwesen, aber die ersten Versuche so-wohl in größeren staatswissenschaftlichen Werken («), als in derabgesonderten Darstellung des Finanzwesens (ö) waren sehrmangelhaft; sie zeugten mehr für den Sammlerfleiß, als für diegründliche Sachkenntniß ihrer Verfasser und bewiesen keine Ein-sicht in die Bedürfnisse der Gegenwart. Später, im Verlaufedes 17. Jahrhunderts, ergriffen Geschäftsmänncr die Feder.Auch ihnen standen die Hauptgrundsätze der Wissenschaft (Z. 1-1.)nicht vollständig vor den Augen, sic waren fast nur von dem einen,dem egoistisch-wirthschaftlichen Grundsätze durchdrungen und be-schäftigten sich mit entschiedener Vorliebe mit der Domänen-wirthschaft, die man damals als den wahren Kern des Finanz-
R a u, pol. Oekon. 3te Ausg. III. »