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1 (1850)
Entstehung
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Diese Ausdrücke werden am natürlichsten von tinis hergelcitet,entweder weit dieß Wort oft einen Zahlungstermin bedeutete,wie man durch eine ähnliche Metonymie des Sprachgebrauchesöfters sagt: einen Termin, ein Quartal bezahlen, oder weil inder älteren Kanzleisprache tinis auch der eine» Rechtsstreit been-digende Vertrag und die daraus herrührende Zahlung hieß, fer-ner ein vor dem König über den Kauf von Grundstücken abge-schlossener Vertrag, dessen Urkunde die Form eines Urtheils er-hielt (quasi litis lermiiins), ferner die Abgabe an den Königvon solchen Käufen (Uw liinxs 8)Uvc,r), eine Entrichtung desantrctcnden Pachters oder Grundholden an den Verpachter oderGrundherrn, auch eine schwere Geldstrafe; vgl. vu Aresno auUnnxe, (ilossnr. moelino et intimno latinitntls, s. v. tliiunciuund tlnntin. Lpolmni, n, Klossar. nrolineoloNie. «- v. tinis(Uonel. 1654. S. 228). Mehrere Schriftsteller halten den Stammdes Wortes Finanz für germanisch; sic deuten entweder auf dasenglische tine, Geldstrafe, Privilegicntare u. dgl., (z. B. Ge-novesi, Grunds, d. bürg.Oek.I, 388), welches aber »ach Spel-mann a. a. O. nicht vor der normannischen Eroberung vorkamund nach dem Obigen eher mit tinis zusammenhängt, oder auffinden, schweb, linnn, welches durch den Mittelbegriff von er-finderisch auf ränkevoll führt, wie das isländische tiiulinndurch ingoninsus, cnlumniosns, erklärt wird, IIn I<I o rs nn, Uox.isinnil.. Ilnsle, 1, 2l3 (llnvn, i8I3), oder auch auf fein. Merkwürdig ist, daß im 16. und 17. Jahrhundert das Worteine allgemeinere und zwar schlimme Bedeutung hatte, weil viel-leicht das fremde Wort an fein und erfinderisch erinnerte unddie tinsUoncs selbst mit vielen Bedrückungen verbunden seinmochten, weshalb z. B. Schottelius (Von der deutschen Haupt-svrache, Braunschwcig 1663, S. 1316) Finanz durch Schinderei,Wucher, erklärt, und Sebastian Brant (Narrenschiff) Untreu,Finantz, Neid und Haß zusamnustistellt; vgl. Frisch, Deutsch-latein. Wörterb., S. 267, 8el>err, (ilossnr. xerni. meii. aovi,. n>, erlin, I, 392. Campe, Wörterbuch, S. 32l. In Frank-reich bezeichnet«: schon damals tinnnce eine Geldsumme, oder ins-besondere die Staatseinnahme (Aos uclversaires ont pcn cletinnnos, innis lls In mennxent bien, sprach der Canzler del'Hospital 1568), los tinnnees aber das ganze Staatsvermögcnund den Zustand der Regierungswirthschaft. Der Einfluß derfranzösischen Sprache verdrängte aus der deutschen jenen Wort-sinn gänzlich. Der spanische Ausdruck Imeienlln für Finanzstammt vielleicht aus dem Arabischen clinseua, Schatzkammer.Auch im Russischen heißt knsnn die Easse, kasnntselioi derSchatzmeister. Vielleicht ist dieß Wort durch die tatarische Herr-schaft eingedrungen. Doch wird in der russischen Sprache Finanz-wesen durch Iiosullarstrvennio äoclioelui, herrschaftliche Einnah-men, ausgedrückt.

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