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4 (1853)
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Schauspiel. (Lcssing.)

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mittleren Orten verbreitete, während in Berlin noch in dem Anfang der80er Jahre der Mittelstand der Bühne wenig achtete"^). J Liz, Neu-stadt, St. Pölten, Krems trieben Truppen sich um, in Prag, Preßburg,Grätz, Brünn gab es früher' als irgendwo sonst im Reiche stehendeTheater. Hier waren fast alle Elemente, die man nur begehren konnte,Volkstheilnahme, guter Wille am Hofe und unter einzelnen Gebildete»,äußere Mittel, um die besten Schauspieler anzuzieheu. Nur leider dasBeste fehlte: Bildung und Bildungstrieb. Keine Verordnungen undkeine Summen konnten diesen Erbfeind der rein katholischen Theile vonDeutschland tilgen, und so kam es, daß Hamburg und die kleinen Höfein Weimar, Gotha und Mannheim wohlthätiger für die deutsche Bühnemit den kleinsten Mitteln wirkten, als Wien mit den ungeheuersten.Als Gottsched die Wiedergeburt des Schauspiels unternahm, hatten inWien Italiener die Jmpresa deö deutschen Theaters; unv als jenerseines Sieges sicher den Hanöwurst in Leipzig vertrieb, verpflanzteWeiskern nach Wien die Burlesken und Hanswurstiaden zu Hunderten,auS allen Sprachen für den wiener Geschmack zubereitet. Um 1748 ver-irrte sich einmal Koch hierher, kehrte aber bald zurück, da er merkte, daßhier an kein regelmäßiges Stück zu denken war. Strauitzky's Nachfolgerwar hier noch weit zu sehr im sicheren Besitze des Nationalbcifalls, Pre-hauser lebte bis 1769 und verlor sein Ausehn als Hanswurst nie. Mitihm wetteiferte Joseph Kurz als Bernardon, in einem Charakter, derzwischen Schelmerei und Tölpelei schwankt, und so wie Stranitzky undPrehauser vor ihm thaten, so verfertigte er eine Reihe von Possen aufdieses Urbild, Stücke, die Schmutz, Unsinn, Maschinerie und Flitter-staat so häuften, daß die Welt davon voll ward. Die Kaiserin selbst sahden Bernardon ungemein gern, der Adel suchte die Gesellschaft desKünstlers, das Volk nannte ihn Vater Bernardon, und noch heute trägtman wohl Personen seiner Stücke, die Prinzessin Pumphia u. f., imMunde, ohne zu wissen woher und warum. Seit den 50er Jahren wardGoldoni massenweise nach Wien eingcsührt, und langehin beschäftigtensich Landes und Andere, dessen Stücke elend zugerichtet auf die deutscheBühne zu bringen. Dies berechtigte den schlechten Geschmack am Nied-rigsten, oder adelte ihn ein wenig und setzte ihn dafür desto fester. Sowaren die Zustände bis um I76l, wo ein Gottschedianer, MagisterHeyden zuerst zufällige Gedanken über die wiener Bühne schrieb unddarin wagte, im Sinne seines Meisters den Hanswurst zu misbilligen,

167) Vgl. die Briefe eines reisenden Franzosen von K. N(ieSbeck). I78Z.