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1 (1857)
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Lebensjahre als k. k. Cadetimlnfanterie-Regimente Marquis Botta die kriegerischeLaufbahn betreten. Seine durch vielfache Kenntnisse gesteigerten geistigen Vor-züge, vereint mit dem regsten Eifer für den Dienst, erweckten die Aufmerksamkeitder Vorgesetzten und bewirkten Lattermanns schnelle Vorrückung, denn schonim April 1776 war er wirklicher Hauptmann.

Im letzten Kriege gegen Preussen fand Lattermann Gelegenheit, sich beidem Überfalle vom Komeise und bei der Verteidigung des Verhaues zwischendem Wein- und Pfaffenberge bei Weisskirchen in Schlesien hervorzuthun, wo er,obwohl durch Übermacht zum Rückzüge genöthigt, nach erhaltener Verstärkungdie Preussen zurückdrängte, seine frühere Stellung wieder einnahm, und sich darinbis zum Teschner Frieden behauptete.

Die nun folgende Zeit der Waffenruhe widmete Lattermann den Studien,und erwarb sich auch eine vollkommene Kenntniss des Pontonierdienstes. Als eineMajorsstelle im Pontonier-Corps zu besetzen war, wurde ihm dieselbe im Jänner1786 verliehen.

Im Türkenkriege erhielt L att er m ann das Commando der zur Armee bestimm-ten Pontonier-Abtheilung. Trotz der wenigen Pontons, die er beim Ausmarscheerhielt, und der sehr geringen Anzahl Pontoniere, die kaum zum Einbau einergrossen Pontonsbrücke hinreichten, gelang es doch seinem unermüdlichen Eifer,den Anforderungen des Commandironden stets zu entsprechen. Während derBelagerung von Belgrad (1789) hatte er fünf Brücken, thcils aus Pontons, thcils ausFlussschiffen, zu gleicher Zeit über die Donau und Save hergestellt. Seine Bemü-liungenblieben auch nicht ohne Anerkennung, denn nach der Einnahme der Festungwurde Lattermann vom Feldmarschall Loudon dem Kaiser Joseph II.empfohlen, und im December 1789 zum Oberst-Lieutenant im Corps befördert.

Da Lattermann imFeldzuge 1792 bei der imFelde stehenden Armee nichtverwendet wurde, erbat er sich die Übersetzung zu einem Infantcrie-Rcgimcntc,und wurde bei Erzherzog Karl eingetheilt, wo er das Commando des 3. Bataillonsübernahm. Mit diesem rückte er im Frühjahre 1793 zu der unter Wurm scrsBefehlen stehenden Armee am Rhein ab, stand vom Juli bis October auf Vorpostenan diesem Flusse, zeichnete sich bei Erstürmung der Weissenburger Linien, desStädtchens Selz und des von den Franzosen stark verschanzten und hartnäckigvertheidigten Dorfes Wanzenau aus, war dann bei der Belagerung von FortLouis, und bewies sich in den beinahe täglich vorfallenden blutigen Gefechten biszum Rückzuge der Armee über den Rhein als unerschrockener und einsichtsvollerAnführer. Zur Belohnung der in diesem Feldzuge gesammelten Verdienste wurdeLattermann im Juni 1794 zum Oberst im Regimente befördert. Boi dem Corpsdes General-Majors Kray eingetheilt, befehligte er in dem Gefechte an der Roeram 2. October dicNachhut, verhinderte durch seine Standhaftigkeit das Vordringender Franzosen über diesen Fluss, und verschaffte dem General-Major Kray die Mög-