Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
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339
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B39

VII.

Vierte Periode. Der erste französische Itevolutionskrieg-

(17921797).

I )ie Aussicht, dass die gewaltige Bewegung in Frankreich durch die ihr angebotenen ReformenLudwig 1 s XVI. noch geregelt worden könne, schwand mehr und mehr. Diese Überzeugung undder Umstand, dass die Häupter der französischen Revolution, deren Maclitsprüehe und gewalt-same Anordnungen einerseits die in Lothringen und im Eisass begüterten deutschen Fürstenund Stände vielfach bedrückten, und den nach Frankreich geflüchteten niederländischen Auf-ständigen willigen Schutz liehen; andererseits aber die gegen diese Häupter gerichtete Drohungder französischen Emigration Hessen erkennen, dass die gegenseitigen Beschwerden nur durcheinen Krieg entschieden werden müssten, und veranlassten Kaiser Leopold II., am 7. Februar 1792ein Defensivbündniss mit Preussen zu schliessen.

In der That schritt die Revolution ihren riesigen Gang weiter. Die National-Versammlunghatte sich bereits der Regierung bemächtigt und rüttelte mit starker Hand an den Grundfestendes alten socialen Gebäudes. Sie fand in der aus Mantua erlassenen Erklärung der Emigrationwillkommenen Anlass, ihr politisches Dogma über die Grenzen des eigenen Landes hinauszu-tragen, und nöthigte den König, Österreich den Krieg zu erklären. Am Sterbetage des KaisersLeopold (1. März) hatte Erzherzog Franz die Regierung der österreichischen Staaten ange-treten; er wurde am 5. Juli von den Kurfürsten einstimmig zum deutschen Kaiser erwählt undam 14. gekrönt.

Schon in den letzten Tagen des April begannen die Feindseligkeiten und damit der ersteFeldzug 1792.

Der französische General Rochambeau drang mit 40,000 Mann in die Niederlande ein,floh aber nach einigen Vorpostengefechten gegen Dünkirchen, Valenciennes und Lille zurück.Lafayette war von Metz mit 50,000 Mann gegen Namur aufgebrochen, zog sich aber nachRocliambeaus Flucht auf Charlemont. Luckner stand mit 40,000 Mann am Rhein; Montesquioumit 40,000 Mann an den Alpen und Pyrenäen. Nun erschien Österreichs Gegenerklärung,welche in würdevoller Haltung die Schuld des Krieges auf die Häupter der jakobinischenPartei warf.

Der General-Gouverneur der Niederlande, Feldmarschall Herzog Albert von Sachsen-Teschen, sammelte seine Hauptmacht bei Leuze und stellte kleinere Abtheilungen an der Sambre,in Flandern und in Luxemburg auf. Der französische General Gouvion wurde bei Florenne undam 11. Juni bei Glisuelle geschlagen. Im Juni fiel Luckner (Rochambeaus Nachfolger)neuerdings in Flandern ein, besetzte Menin und Courtray (18. Juli), und zog sich vor denÖsterreichern wieder eiHgst gegen Lille und Dünkirchen zurück.

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