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1 (1857)
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III.

Erste Periode. Der siebenjährige Krieg (1756—1763).

Der Aaclmer Friede hatte Europa wenige Jahre der Ruhe gebracht, und selbst diese Zeit wurdevon den meisten Mächten benutzt, die Rüstungen thätig fortzusetzen und die Heere in stäterBereitschaft zu erhalten. Der Kampf in Amerika zwischen England und Frankreich brach imJahre 1755 aus. — Am 11. Mai 1756 schloss der König Ludwig XV. zu Versailles das Bündnissmit der Kaiserinn Maria Theresia. Mit diesen Mächten verbanden sich das deutsche Reich, alsGesammtkörper, die Kaiserinn von Russland, der König von Schweden und der Kurfürst vonSachsen. Die Gegenpartei wurde von den Königen von Preussen und England, von dem Kur-fürsten von Hannover und dem Landgrafen von Hessen-Homburg gebildet.

Im Frühjahre 1756 wurde ein österreichisches Heer in Böhmen aufgestellt. Den weiterenEreignissen folgen wir nach „Scheis Kriegsgeschichte.“ Der Kurfürst von Sachsen unterhandeltemit Maria Theresia über ein Offensiv - Bündniss gegen Preussen und betrieb die Rüstungen mitgrösster Thätigkeit. Frankreich zog Truppen an seine Nordgrenze zusammen. Russland liess einHeer gegen die preussischen Grenzen vorrücken.

Der König von Preussen, Friedrich II., der seine Truppen bereit hielt, war dem mächtigenBunde, der sich so eben gegen ihn bildete, allerdings nicht gewachsen. Er durfte also nichtab warten, dass die Kräfte seiner Gegner die volle Stärke erreicht und jene Stellungen eingenommenhätten, aus welchen sie plötzlich und von mehreren Seiten über die preussischen Grenzen einbrechenkonnten. Er beschloss den Alliirten im Angriffe zuvorzukommen und richtete diesen gegen dasschwächste Bundesglied. Ende August 1756 rückte er mit seiner Hauptmacht nach Sachsen ein,besetzte Leipzig, Wittenberg und Torgau.

Der Kurfürst August, zugleich König von Polen, hatte mit seinen Truppen bei Pirna einfestes Lager bezogen. Die Preussen besetzten am 10. November Dresden, blockirten das PirnaerLager und stellten ein Corps an der böhmischen Grenze auf, um dem von dorther zu erwartendenEntsatz die Wege zu sperren.

■ Als die Besetzung Sachsens schon vollendet war, brachen im September FeldmarschallSchwerin aus Oberschlesien und Glatz, der König selbst aus Sachsen, mit starken Colonnen, nachBöhmen ein. Hier stand zur Vertheidigung des Landes der Feldmarschall Browne bei Budin, undging am 30. September dem Könige nach Lobositz entgegen.

Feldzeugmeister Piccolomini war mit einem Corps, aus Mähren, in Böhmen bei Königgrätzhinter dem Adler eingetroffen, und hielt den Feldmarschall Schwerin auf. Am 1. October siegteder König bei Lobositz und Browne zog sich nach Budin zurück. Nun versuchte Browne miteinem Corps den Entsatz der Sachsen zu bewirken, und kam an das rechte Ufer der Elbe beiLicktenliain. Die Sachsen sollten am 11. — 12. October Nachts bei Lilienstein über den Flusssetzen. Dieser Übergang erfolgte zu spät. Browne musste, ohne die Vereinigung erwarten zu