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1 (1857)
Entstehung
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382
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Ordens, die Insignien dieses Ordens in Brillanten aus der Hand seines kaiserlichenNeffen, Ferdinand I., in Gegenwart der versammelten Maria-Thercsicn-Ordens-glieder und der Wiener Garnison empfing (5. April 1843). (S. den XV. Abschnitt.)

Am 26. April 1847 erkrankte der Erzherzog inFolge einer Verkühlung. Seinanscheinend gefahrloser Zustand verschlimmerte sich schnell. Er wurde am 27.mit den heiligen Sterbe-Sacramenten versehen, und schied am 30. um 4 Uhr Morgensruhig aus diesem Lehen. Als er sein Ende herannahen fühlte, sprach er lächelndzu seiner trauernden Umgehung: „Seht, da geht wieder ein Soldat zur grossenArmee.“ Die tiefe, allgemeine Trauer um den hohen Verblichenen galt nicht nurdem Erzherzog, dem Helden, sie galt auch dem edlen Menschen, dessen äusseresBild hier nach der trefflichen Schilderung Schneidawind’s folgt: „Gerechterstandhafter Sinn, menschenfreundliche Sorgfalt, unerschrockener Mutli, der stetsdas Beispiel persönlicher Aufopferung und Verläugnung zu geben bereit war,hatten ihm längst die Verehrung und Liebe der ganzen Armee erworben. Dazuwar seine persönliche Erscheinung ganz geeignet, Zutrauen zu erwecken. Vonmittlerer Grösse, trug sein Antlitz mit der hohen Stirn, der länglich gebogenenNase, den geistvollen Augen, aus denen von Zeit zu Zeit der Blick des Feldherrnleuchtete, ganz den Ausdruck habsburgischen freundlichen Ernstes, gepaart mitjener Hoheit, die, zugleich Ehrfurcht gebietend und Vertrauen hervorrufend, Eigen-thum jenes erlauchten Geschlechtes ist. Diese unverkennbare Familienähnlichkeitverrieth sich am meisten in der stark vorstehenden Unterlippe und der anmuthigstenFreundlichkeit, aus der bald die Macht der Beredsamkeit und der Überredunghervortrat, bald der Ernst und die Gewohnheit desBefehlens sprach. Seine schmäch-tige Gestalt erschien kräftig und gewandt, aber zart genug, um aus ihr die fein-nervige Beschaffenheit zu erkennen, die man ihm allgemein beimass. Der Kriegmit allen seinen Anstrengungen und Entbehrungen vermochte nie, jene Anmuthaus diesen Gliedern zu verdrängen, die auch Napoleon bei seinem ersten Auf-treten gehabt haben soll. Was aber den Erzherzog besonders auszeichnete, war dieEinfachheit und Natürlichkeit seines Wesens, die völlige Abwesenheit alles Gemach-ten und Unedlen; aus der Lässigkeit mancher seiner Bewegungen würde manzuweilen fast auf einen Mangel an Kraft geschlossen haben, hätte nicht das Feuerseines Heldenauges jeden solchen Gedanken verbannen und gerade das Lebhafteund Geistvolle seiner Unterhaltung, die von einem milden Organ unterstützt wurde,trotz einer gewissen leichten Heiserkeit, den Eindruck von Bestimmtheit und gei-stiger Energie bleibend hervorrufen müssen.“

Die Kritik hat zwar nie gewagt, die durch hundert leuchtende Beispiele erwiesenepersönliche Tapferkeit des Erzherzogs in Zweifel zu ziehen; dagegen aber an seinerBefähigung zu einem der grösstenFeldherrnDeutschlands gemäkelt. Sie nennt ihnzu langsam, zu berechnend, zu wenig unternehmend. Clausewitz sagt in dieserBeziehung: „Erstens fehlt es ihm (demErzherzog) anUnternehmungsgeist und Sieges-