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kungen nach diesem Lande und übertrug dem Erzherzog Johann, der sich heider Armee in Italien befand, die Vertheidigung desselben. Er selbst traf auf die nochunverbürgten Gerüchte von der Katastrophe bei Ulm im Geheimen Anstaltenzu dem unausweichlichen Rückzüge, und nahm eine Stellung bei Caldiero, woer seinen Gegner in den drei letzten Tagen des Octobers siegreich bekämpfte.Massena befand sich auf dem Rückzuge nach S. Giacomo, aber dem Erzherzogwar es nicht gegönnt, die Früchte seines Sieges zu ernten. Noch während derSchlacht überbrachte Graf Bubna die amtliche Nachricht von den Unfällen inDeutschland. Da der Erzherzog besorgen musste, dass der Feind im DrautlialeVordringen, und so die Verbindung der österreichischen Heere in Italien und Tirolverhindern werde; da er überdies zu schwach war, um beide Länder gleichzeitigvertheidigen zu können, so musste er sich zu dem in diesem Augenblicke doppeltschmerzlichen Rückzuge entschliessen, und trat diesen schon am Nachmittag des1. November in vollkommener Ordnung an. Die Nachhut unter dem Feldmarschall-Lieutenant Yogelsang verbarg und schützte den Abzug des österreichischenHeeres durch 24 Stunden. Der Erzherzog gewann dadurch einen bedeutenden Vor-sprung und konnte nun seinen Rückzug ruhig fortsetzen. Er schlug die feindlichenAngriffe an der Sile, Piave, am Tagliamento, bei Görz, Czernizza und SantaCroce zurück, zog nun, ohne weiter beunruhigt zu werden, da Massena sichgegen Venedig gewendet hatte, über Laibach gegen Cilly, vereinigte sich am26. November bei Windisch-Grätz mit dem Erzherzog Johann, und hatte nunwieder 80,000 Mann zur Verfügung. Der Erzherzog beabsichtigte, die Truppennach Wien zu führen, um sich mit dem bei Olmütz stehenden österreichisch-russischen Heere zu vereinigen. Zu diesem Ende wählte er den zwar weiteren,aber sicheren Weg über Könnend und Odenburg. Er erreichte am 6. DeceniberKönnend, erhielt aber schon am folgenden Tage die Nachricht von dem Ausgangeder Schlacht bei Austerlitz und dem Abschlüsse des Waffenstillstandes. Der Erz-herzog übergab am 19. das Ober-Commando der Armee dem Erzherzog Johannund eilte in das Hauptquartier seines kaiserlichen Bruders. Der Friede wurde am20. December 18Ö5 zu Pressburg abgeschlossen. Am 27. hatten Karl undNapoleon, die beiden grössten Feldherren jener Zeit, eine Zusammenkunft indem Jägerhause zu Stammersdorf, bei welcher Napoleon seine hohe Achtungfür den Erzherzog aussprach. Am 2. Jänner 1806 erfolgte der Befehl zur Auflö-sung der Armee. Die Regimenter gingen in ihre Friedensstationen ab. Der Erz-herzog traf am 18. Jänner an der Spitze der für Wien bestimmten Garnison in derHauptstadt ein, und wurde am 10. Februar zum Generalissimus ernannt.
In dieser hohen Stelle, die vor ihm nur Waldstein im Jahre 1620 und nachihm der Feldmarschall Fürst Schwarzenberg im Jahrel813 bekleideten, setzteErzherzog K arl das vor dem Jahre 1805 Begonnene mit rastlosem Eifer fort.Die AVorte seines Armeebefehls : „Die Bildung des Soldaten soll die Entwickelung