Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
365
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votirten, und die er mit Bewilligung des Kaisers annalim. Der Erzherzog stärkteim Monat Juni seine durch die Beschwerden des Feldzuges geschwächte Gesundheitin den Bädern von Teplitz, verlor aber während dieser Zeit seine mütterlicheFreundinn und Tante, die Erzherzoginn Maria Christina.

Der Friede von Campo Formio wurde vop beiden Theilen wohl nur als einlängerer Waffenstillstand betrachtet, der durch die unendlichen Erläuterungen desRastädter Congresses voraussichtlich seinem baldigen Ende entgegengeführt werdenmusste. In dieser Überzeugung betrieb Österreich die Reorganisirung und Ergän-zung seiner Heere mit regem Eifer. Erzherzog Karl war hei dieser Massregelthätigst beschäftigt, sprach sich aber mehr als einmal gegen verschiedene Neuerungenaus, die seiner Ansicht nach nur während der Dauer eines langen Friedens reifenkonnten, und daher in jener schwankenden Zeit nicht angestrebt werden sollten.Englands unermüdlichen Lockungen gelang es, die Höfe von Wien, Petersburgund Neapel zu einem neuen Bündnisse gegen Frankreich zu vereinigen, dessengrösster Feldherr eben 14Halhhrigaden und 6 Reiter-Regimenter seiner Kerntrup-pen nach Ägypten geführt hatte. Die Heere marschirten, die Flotten liefen aus.Österreich hatte in Bayern eine Armee von 54 Bataillonen und 138 Schwadronenaufgestellt, und dem Erzherzog Karl den Oberbefehl derselben übertragen. DieFeldmarschall-Lieutenants Ho tze und Auffenberg hielten mit 23 Bataillonen und8 Schwadronen die Grenzen von Graubündten und Vorarlberg besetzt; GrafB ellegarde stand mit 50 Bataillonen und 14 Schwadronen im Innthale und süd-lichen Tirol; Kray sammelte 82 Bataillone und 76 Schwadronen an der Etsch,um die Ankunft der russischen Hülfstruppen unter Suworow zu erwarten. Diefranzösischen, gegen Österreich bestimmten Streitkräfte mögen bei 160,000 Mannbetragen haben. Sie bildeten fünf selbstständige Heere. Erzherzog Karl, der bereitsam 2. November 1798 nach München geeilt war, und am bayerischen Hofe dieAufstellung eines 15,000Mann starkenIllilfscorps erwirkt hatte, konnte drei dieserHeere als seine Gegner betrachten, und zwar: die Mainzer oder Donau-Armeeunter Jour da n, die Schweizer-Armee unter Massena und die Observations-Armee am Mittelrhein unter Bernadotte. Zwar waren diese Heere weder voll-ständig noch gehörig ausgerüstet, indessen hinderte dieser Umstand das Directo-rium nicht, die Initiative zu ergreifen. Jourdan und Bernadotte gingen vorder Kriegserklärung am 1. und 2. März, erstercr hei Basel und Strassburg, letztererbei Mannheim, über den Rhein. Massena schritt am 6. März hei Sargans über dengenannten Fluss. Lecourbe bemächtigte sich desEngadeins. Der Erzherzog erhieltam 3. März in seinem Hauptquartiere zu Friedberg die Nachricht von diesen Bewe-gungen des Feindes. Er liess noch am nämlichen Tage die Vorhut über den Lechgehen, und folgte ihr mit 39 Bataillonen und 94 Schwadronen. Am 18. rückte dasösterreichische Heer von Biberach gegen die Schüssen; Jourdan gegen Stockachvor, um sich die Verbindung mit Massena zu eröffnen. Das Ansinnen, dass sich die