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1 (1857)
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war. Der Erzherzog hoffte, dass B onap arte, der nach dem Falle Mantuas gegendie römischen Truppen gezogen war, erst mit Anfang April an die Piave rücken,und dass bis zu dieser Zeit die anbefohlene Befestigung der Gebirgspässe im Brenta-Thal, bei Pontafel und in den julischen Alpen vollendet sein werde. Allein dieBörner leisteten keinen Widerstand. Bonaparte zwang den Papst zu dem Friedenvon Tolentino, und zog schon in den ersten Tagen des März mit 50,000 Manngegen die Piave. Wie richtig er die geistige Kraft des Erzherzogs und die Schwächeseiner Mittel erkannte, beweisen die Worte, die er zu jener Zeit gegen sein Heeraussprach:Bisher habe ich Heere ohne Feldherren besiegt; jetzt eile ich, einenFeldherrn ohnePIeer zubekämpfen! Bonaparte hatte seine Armee in drei Colon-nen getheilt: die eine unter Joubert stand bereits in Südwest-Tirol, und solltedurch die Pässe zwischen Feltre und Belluno in dieses Land eindringen; diezweite unter Massena hatte den Befehl, über Ponteba nach Kärnthen vorzu-rücken; B onaparte selbst wollte mit der dritten Colonne die Pässe der julischenAlpen gewinnen, und so gegen Wien ziehen. Selbst die Natur erwies sich diesemkühnen Plane günstig. Die sonst im Frühjahre angeschwollenen und reissendenTorrenten waren seicht, die Witterung mild. Am 10. März traf Massena mit15,000 Mann in Feltre ein, von wo er die Piave umging und gegen Spilimbergovorrückte. Bonaparte überschritt am 11. und 12. die Piave mit drei Divi-sionen (27,000 Mann), drückte die österreichischen Vorposten zurück, underzwang sich am 16. nach einem lebhaften Gefechte den Übergang über denTagliamento. Der Erzherzog beschloss nun den allgemeinen IUickzug. Er liesssämmtlichen Train, durch den Generalen Bajalich gedeckt, über Udine undCividale nackTarvis abgehen, und führte das Heer hinter denlsonzo. Gradiska wurdezur Sicherung dieses Bückzuges mit 4 Bataillonen besetzt. Der Feind folgte in zweistarken Colonnen (Bernadotte und Guyeur), nahm Gradiska und wendete sichtheils gegen Triest, theils gegen den Erzherzog, der nun am 20. seinen weiterenBückzug gegen Laibach in zwei Colonnen über Wippacli und Optschina antrat.Der Erzherzog selbst eilte nach Villach. Er wollte hier die Brigade Gontroeuil,die Division Bajalich und vier von Kehl bei Villach angelangte Grenadier-Bataillone vereinigen und durch die Alpenpässe gegen Udine Vordringen. Alleinbei seiner Ankunft in Krainburg erfuhr er, dass Massena den Pass bei Pontebagegen Ocskay errungen und bereits Tarvis , den Knotenpunct der Strassen vonUdine und Görz nach Villach, besetzt habe. Zwar wurde Tarvis durch einenÜberfall des IIusaren-Oberst-Lieutenants Fedäk am 22. wieder gewonnen, unddadurch der Beserve-Artillerie und dem Gepäcke der Weg nach Villach eröffnet,aber schon am nächsten Morgen griff der Feind die hinter Saifnitz aufgestelltenösterreichischen Vorposten wieder an. Oberst-Lieutenant Fedäk vertheidigt denEngpass auf das Plartnäckigste, wird aber weder von der Colonne Bajalich nochvon jener des bei Wurzen stehenden Generals Ocskay unterstützt. Da langte der

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