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1 (1857)
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Trommel oder die Erzählung von Heldenthaten vermochten sein beinahe theilnahm-loses Auge zu beleben. Wenige seiner Erzieher und Lehrer mögen damals die Kraftdes Heldengeistes geahnt haben, der in seiner Abgeschlossenheit der Vollendungentgegenreifte. Mit der allmählichen körperlichen Entwickelung und Erstarkung desPrinzen schwand jedoch auch nach und nach jene Scheu, an deren Stelle einehohe Bescheidenheit und Einfachheit trat, welche dem gefeierten Heerführer biszu seinem Lebensende treu blieb. Der Prinz widmete sich nun mit Eifer den inder früheren Zeit gemiedenen abstracten Wissenschaften, und brachte bereits einenreichen Schatz von Wissen nach Wien, als er seinem Vater im Jahre 1790 vonFlorenz daliin nachfolgte. Als die Erzherzoginn Christina, die mit ihrem GemäldeAlbert Herzog von Sachsen-Teschen das Gouvernement über die damaligen öster-reichischen Niederlanden führte, den Erzherzog im nämlichen Jahre an Kindesstattannahm, folgte er der hohen Frau im Jahre 1791 nach Brüssel, wo er, an denStaatsgeschäften betheiligt, sich bald einen richtigen Überblick der politischenVerhältnisse erwarb und, durch Maillar d und dArnal in den höheren Kriegs-wissenschaften unterrichtet, jene Theorie aneignete, die, verbunden mit einerdurch Ausübung erlangten vollkommenen Kenntniss der Taktik und des innerenDienstes, zu so glänzenden Erfolgen führen sollte.

Die Kriegserklärung, welche die französische Nationalversammlung amTodestage Kaiser L e o p o 1 ds II. gegen Österreich aussprach, führte den ErzherzogKarl zum ersten Male auf den Kriegsschauplatz. Er wohnte der Schlacht von Je-mappes an der Spitze einer Brigade als General-Major bei. Als im folgenden Jahre derPrinz vonSaclisen-Coburg mit 40,000 Mann den Feldzug gegen Du inouriez eröff-nete, und in der Nacht zum 1. März bei Jülich über die Roer setzte, zog ErzherzogKarl mit der Vorhut (11 Bataillonen und 11 Schwadronen) gegen Aldenhoven,und trug an dem hier erfochtenen wichtigen Siege durch einen kräftigen An griffmit dem Dragoner-Regimente Latour wesentlich bei. In der Schlacht von Neer-winden sprengte er den feindlichen linken Flügel, nahm dessen Geschütze, undwürde dem Feinde einen weit beträchtlicheren Verlust beigebracht haben, wennPrinz Coburg nicht für gut befunden hätte, die Verfolgung desselben einzustellen.Als Anerkennung dieser ausgezeichneten Leistungen übersandte Kaiser Franzdem Erzherzoge das Grosskreuz, welches ihm von dem Prinzen Coburg imAngesichte der Armee übergeben wurde.

Die Gefechte an der Dyle nöthigen den feindlichen Heerführer, Brüssel mit-telst Capitulation zu räumen. Erzherzog Karl, welcher am 17. März zum General-Statthalter der Niederlande ernannt worden war, hielt am 25. seinen Einzug in dieHauptstadt Belgiens, die ihn mit stürmischem Jubel empfing. Das österreichischeHeer, welches von seinen Verbündeten unterstützt wurde, warf die Franzosen undBelgier zwischen jene dreifache Reihe von Festungen zurück, welche die Nord-grenze Frankreichs decken. Dumouriez ging nach dem Misslingen seines Planes