349
und erreichte am 29., von den kaiserlichen Generalen Latour, Nauendorf und Frehlich lebhaftverfolgt, den Federsee, wo er sich bei Uttenweiler, Buchau und Ravensburg lagerte.
Graf Latour stellte sich bei Biber ach auf, und wurde am 2. October von Moreau geschla-gen. Dieser zog in den nächsten Tagen durch den Schwarzwald, dann durch das Höllenthal,und zerstreute die ihn verfolgenden Abtheilungen der Generale Nauendorf und Petrasch beiVillingen, Rothweil und im Höllcnthale. Der Erzherzog zog im Rheinthale gegen die Kinzig.Er berief die Generale Latour und Petrasch mit ihren Truppen zu sich, vereinigte sich mitihnen am 17. October bei Malberg, siegte bei Emmendingen (am 19. October) und Sclilien-gen (24. October) über Moreau, welcher schon am 21. den Generalen Desaix mit 2 Divisionenbei Alt-Breisach über den Rhein gesendet hatte, und sich jetzt durch den Übergang beiHüningen (25. und 26.) der Verfolgung entzog.
Die Österreicher belagerten nun Fort Ivehl und den Brückenkopf von Hüningen.Ersteres wurde am 10. Jänner 1797 erobert, letzterer am 5. Februar 1797 mit Vertragübergeben.
Mitte December wurde ein Waffenstillstand für den Niederrhein geschlossen.
Die österreichische Armee in der Lombardie hatte im Winter 1795— 1796 Ver-stärkungen erhalten. Sie zählte Anfangs März 32,000 Mann (worunter 1500 neapolitanischeReiter).' Feldzeugmeister Baron Beaulieu führte das Ober-Commando über sämmtliche öster-reichische und piemontesische Truppen. Er nahm am 29. März sein Hauptquartier zu Alessandria.Feldmarschall-Lieutenant Colli stand mit 15,000 Piemontesen und 5000 Österreichern (dasAuxiliarcorps) bei Mondovi und Ceva.
Von der französischen Armee von Italien unter Scherer bildete die Division Serrurierden linken Flügel bei Albenga, La Harpe und Augereau die Mitte (bei Finale und Loano),Massena zu Vado den rechten Flügel. Die Alpen-Armee deckte unter Kellermann Savoyen unddie Dauphine. Frankreich forderte von der genuesischen Republik, nebst einem Darlehen, dieÜberlieferung der Festungen Savona und Gavi, und Iiess diese Forderung durch eine Vorrückungder Truppen gegen Genua unterstützen. Der neue Obergeneral Bonaparte traf am 27. März zuNizza ein. Das französische Heer zählte 42,000 Mann.
Feldzeugmeister Beaulieu beabsichtigte den Angriff gegen Voltri mit dem linken Flügelder lombardischen Armee zu eröffnen, und so die feindliche Linie aufzurollen. 'Feldmarschall-Lieutenant Colli sollte mit dem rechten Flügel durch sein Vorrücken in die Riviera diesenAngriff unterstützen. Die Bewegung begann am 1. April. Voltri wurde am 11. von Beaulieugenommen.
Indessen kam Bonaparte der weiteren Ausführung dieses zusammengesetzten Planeszuvor. Er warf sich mit 3 Divisionen auf die Mitte der Verbündeten, schlug die Österreicher inden Gefechten bei Montenotte und Dego (11. und 14. April), nahm den Feldmarschall-Lieutenant Provera mit 4000 Mann bei Cossaria gefangen, und unterbrach dadurch die Ver-bindung zwischen Beaulieu und Colli, gegen den er sich nun mit seiner ganzen Macht wendete.
Feldmarschall-Lieutenant Colli zog sich vor der Übermacht von Ceva nach Fossanozurück. Ein Vertrag, den jetzt der König von Sardinien mit Bonaparte schloss, überliefertediesem die Festungen Cuneo und Tortona, und bewilligte ihm den Po-Übergang bei Valenza.Colli schloss sich mit den österreichischen Truppen an die sich zurückziehende lombardischeArmee. Beaulieu zog sich mit dem linken Flügel nach Aqui zurück, vereinigte dort die lom-bardische Armee, und führte diese am 2. Mai bei Valenza über den Po, und am 8. bei Paviaüber den Ticino.