Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
348
Einzelbild herunterladen
 

348

Unfälle bewogen den Erzherzog Karl, ihm mit dem grössten Tlicile seiner Truppen zu Hülfe zueilen. Er liess den Feldmarschall-Lieutenant Mercandin am linken Klieinufer hinter der Selz, undtraf über Mainz, Hochheim zu Grävenwiesbach ein. Mercandin zog sich bis Mainz zurück. DasGefecht bei Wetzlar (15. Juni) warf Jourdan wieder hinter den Rhein, den er bei Neuwied über-schritt. Die Blockade von Ehrenbreitstein wurde aufgehoben. Der französische General Kleberzog sich in das verschanzte Lager von Düsseldorf, wurde auf dem Wege daliin vom Feldmarschall-Lieutenant Kray bei Ivircheip am 19. Juni geschlagen und bis Ukerad verfolgt.

Feldmarschall Graf Wurmser war den Truppen nach Italien gefolgt (IS. Juni), und demFeldzeugmeisler Latour das Commando der Oberrhein-Armee übertragen. Moreau setzte am24. Juni bei Kehl über den Rhein, schlug die Yerbündeten an der Rench am 28. Juni und drängtesie bis an die Murg.

Erzherzog Karl, der sich seines Gegners entledigt hatte, liess den Feldzeugmeister War-tensleben mit 30,000 Mann an der Lahn und Sieg, andere 27,000 Mann theils in Mainz, tlieils amRhein, und eilte mit dem Reste an die Murg, von welcher er nach dem Treffen bei Kuppenheim undder Schlacht bei Malsch am 9. Juli sich nach Pforzheim zurückzog.

Nach Moreaus Rhein-Übergang ergriff auch Jourdan wieder die Offensive. Wartenslebenverlor das Treffen bei Friedberg (10. Juni), und stellte sich am linken Ufer des Main bei Frankfurtund Aschaffenburg auf, schloss einen 4Sstündigen Waffenstillstand und erreichte am 19. Würzburg,wo er seine Truppen (45,000 Mann) wieder sammelte.

Der Erzherzog hatte beschlossen, sich mit Wartensleben zu vereinigen und dann einen seinerGegner mit Übermacht anzufallen. Er zog hinter den Neckar, schlug am 18. Moreaus Angriff in derStellung bei M ülilh aus e n zurück, und ging am 19. nach ICannstadt und Esslingen.

Feldmarschall-Lieutenant Frehlich und Prinz Conde erreichten am nämlichen Tage Geissingen.Moreau griff Esslingen ohne Erfolg an. Die württembergischen und anderen Reichstruppen hatten mitden Franzosen Verträge abgeschlossen und zogen in die Heimath.

Dem Erzherzoge Karl blieben daher nur 25,000 Mann, mit welchen er über Gmünd nachBöhmenkirch zog und sich dort am 2G. mit Feldmarschall-Lieutenant Hotze vereinigte.

Feldzeugmeister Wartensleben zog sich von Würzburg über Bamberg nach Forcliheim, undlangte nach einigen Gefechten an der Aiscli und Regniz am 10. August bei Bamberg an. Jourdanlagerte am 12. bei Heersbruck. Am 11. August griff Erzherzog Karl Moreaus Stellung bei Neres-heim an, und führte nach der unentschiedenen Schlacht sein Heer über die Donau nach Nordheim,von wo er mit 28,000 Mann zur Vereinigung mit Wartensleben nach Neuburg und Ingolstadt auf-brach und am 17. dieDonau überschritt, während Feldzeugmeister Latour mit 30,000 Mann am Lechund in Vorarlberg zurückblieb.

Jourdan hatte den weichenden Feldzeugmeister Wartensleben bis an die Naab verfolgt.Am 24. wurde er von dem Erzherzoge und Wartensleben bei Amberg von zwei Seiten ange-griffen und geschlagen. Er zog sich über Sulzbach nach Schweinfurt zurück, wurde am 3. Sep-tember von dem Erzherzoge bei Würzburg nochmals geschlagen und eilte nun an die Lahn,die er am 9. erreichte.

Moreau war inzwischen am 19. August bei Villingen, Lauingen und Hochstädt über die Donaugegangen, und drang am 24. bei Friedberg mit 60,000 Mann über den Lech, welchen Latour mit16,000 Mann längere Zeit vertlieidigte, dann gegen Aicha und die grosse Laber zurückging und am7. September das Lager bei Landshut bezog.

Jourdans Niederlage bewog auch Moreau zum Rückzuge. Er zog seine vereinzeltenColonnen zusammen, trat am 11. September den Rückmarsch über den Lech und die Iller an,