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1 (1857)
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Nach einem so siegreichen Feldzuge hatte sich die Lage der Alliirten dennoch bedenklichgestaltet. Russland wurde noch immer durch Schweden bedroht. Preussen schloss am 31. Jän-ner 1790 ein Schutz- und Trutzbündniss mit den Türken. Die Anarchie in Frankreich nahmmit jedem Tage zu, und deren Ausbrüche bedrohten das deutsche Reich. Die verführten, ver-blendeten Niederländer waren noch in vollem Aufstande.

In diesem Monate starb der grosse Kaiser Joseph II. am 20. Februar 1790. Von seinemgeliebten Heere nahm er durch eine eigene Proclamation am 14. Februar Abschied, w'elcheder Hofkriegsraths - Präsident, Feldmarschall Graf Iladik, in seinem Namen bekannt zu gebenbeauftragt wurde.

Weil Se. Majestät so lautete dieselbesich dem Ende Ihres Lebons näherten, sohielten Sie sich für undankbar, wenn Sie nicht der gesammten Armee für die in allen Gelegen-heiten, und ohne Ausnahme, Allerhöchstderoselben bewiesene Treue, Tapferkeit und Unver-drossenheit Ihre volle Zufriedenheit zu erkennen gäben.

Se. Majestät mussten die Armee, eben weil Sie dieselbe bei einer im Feldzuge sich zuge-zogenen Krankheit nicht hätten verlassen wollen, nun früher ganz verlassen, als nach demgewöhnlichen Laufe der Natur und von Ihrer Leibesbeschaffenheit zu vermuthon gewesenwäre.

Soldat zu sein, wäre von jeher Allerhöchstdero vorzügliche Neigung, so wie die Beför-derung des Wachsthums an Ansehen, an innerlichen Kräften und Werth der gesammtenArmee, stets der Gegenstand Höchstdero grössten Sorgfalt gewesen.

Als Landesfürst hätten Se. Majestät alles Mögliche dazu beigetragen, und als Kriegsge-nfährte, alles Ungemach und alle Gefahren mit Bereitwilligkeit getheilet; was immer zur Heilungder erkrankten und verwundeten Mannschaft, zu ihrer Erleichterung und Erhaltung ersonnenwerden konnte, sei von Sr. Majestät nie ausser Acht gelassen worden, und jeder einzelne Mannsei Ihnen schätzbar gewesen.

Der vorige Feldzug habe alle Wünsche, die Se. Majestät für die Ehre der Armee in IhremYaterherze genähret haben, vollkommen gekrönet, und dieselbe habe in ganz Europa das Ansehen,welches sie verdient, erworben. Se. Majestät nähmen die trostreiche Beruhigung mit sich, sie werdesich nun bestreben, diesen Ruhm stets zu erhalten.

Da So. Majestät, nach Ihrem Hinscheiden, für die Armee nichts mehr thun könnten, sowollte Sie ihr diese Ihre dankbaren Gesinnungen mit dem innigsten Wunsche hierdurch zuerkennen geben, dass sie dem Staate, und Sr. Majestät Nachfolger, immer auch eben so getreu wieAllerhöchstderoselben zugethan sein möge.

Der Bruder des verewigten Kaisers, Grossherzog Leopold von Toscanca, folgte demselbenin der Herrschaft über alle österreichischen Länder. Stürmisch war der politische Himmel alsLeopold das Staatsruder ergriffen; die Niederlande waren, wie bemerkt, bis auf Luxemburg imBesitze der Missvergnügten, die bei England und Holland Unterstützung fanden; in Ungarn gährtees; ein neuer Krieg war von Preussen und Polen im Anzuge. Der Geist der französischen Revolutionzeigte bereits seinen gefährlichen Einfluss auch in den Erbstaaten, und wenn der Krieg gegen diePforte glücklich geführt wurde, so war er noch nicht beendet, trotzdem er ungeheuere Summen undMenschenleben verschlungen hatte. Unter diesen Umständen zog Kaiser Leopold den Frieden jederzweifelhaften Kampfanstrengung vor, und begann Unterhandlungen mit Preussen, welche den Statusquo zur Grundlage hatten.

Nichtsdestoweniger liess Leopold den Kampf gegen die Niederländer und die Türkei mitKraft fortsetzen, zumal er den Ersteren vergebens Amnestie angeboten hatte. Dort waren