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zwischen den Vorposten der im Luxemburgischen stellenden österreichischen Truppen und denin der Grafschaft Namur aufgestellten Insurgenten im Winter 1789—1790 mehrere Scharmützelzum Nachtheil der Letzeren vorgofallen. Im Mai 1790 liess Feldmarschall Baron Bender diein Luxemburg stehenden Österreicher gegen die Maas vorrücken. Die Insurgenten wurden inmehreren Gefechten, im Mai bei Sensin, Pessoulx, Rochefort, im Juni bei Ansereme, Moniat,Andenne u. s. w. geschlagen. Bonder forderte dieselben am 18. August nochmals zur Unter-werfung auf. Am 22. September unternahmen die Insurgenten einen allgemeinen Angriff aufdie österreichische Stellung bei Marcho en Famenno und Rochefort und erlitten eine Niederlage.Eben so misslang eine von demselben am 20. October auf die Cense de Viet versuchte Unter-nehmung.
Indess hatte der Kaiser Ende Juli mit Preussen einen Vertrag über die Beruhigung derNiederlande zu Reiehenbach abscliliessen lassen. Dann wurde im September ein Congress imHaag eröffnet, welcher den Insurgenten am 31. October nochmals im Namen des KaisersAmnestie anbot, aber zugleich die letzte Frist zur Unterwerfung bis zum 21. Novemberbestimmte. Die Insurgenten waren schon lange durch innere Zwiste gotheilt und diese Amnestieäusserto endlich eine mächtige moralische Wirkung. Schon am 5. November unterwarfen sichdie Provinzialständo von Tournay, und am 25. die Stadt und Provinz Namur. Das Insurgenten-Corps hatte am 24. November den Rückzug von der Maas begonnen. Am 25. brach das öster-reichische Heer auf, überschritt diesen Fluss und besetzte Namur. Das Insurgenten-Corps begannnun sich aufzulösen und die Nachhut wurde am 1. December bei Hamme geschlagen. Am 2.besetzten die Österreicher Brüssel. Flandern unterwarf sich nun ebenfalls. Die belgischenTruppen gingen auseinander, die Österreicher besetzten binnen wenig Tagen alle Provinzen.Am 10. December wurde im Haag ein Vertrag von den vermittelnden. Mächten England,Preussen und Holland mit dem Kaiser abgeschlossen. Im Sommer 1791 nahmen der General-Gouverneur Herzog Albrecht von Sachsen-Tesehen und seine Gemahlinn, die Erzlrerzoginn Chri-stina, die Huldigung der niederländischen Provinzen an. Nur die Stände von Brabant verharr-ten in ihrem Trotze. Der Ausbruch einer dort angezettelten Verschwörung wurde aber imJänner 1792 durch Verhaftung vieler Theilnehmer vereitelt.
Die Lütticher hatten sich im August 1789 gegen ihren Fürst-Bischof empört. Das deutscheReich übertrug die Execution gegen die Aufrührer dem westphälischen Kreise, dessen Truppendie Stadt Lüttich am 30. November besetzten. Da aber die mächtigsten Kreisstände über dasfernere Benehmen in dieser Angelegenheit nicht einig waren, so wurde Lüttich am 16. April1790 wieder geräumt. Nun bestimmte das Reichs-Kammergericht, dass das Exeeutions-Corpsdurch die Truppen der Kreise Kurrhein, Oberrhein, Franken und Schwaben verstärkt werdensolle. Dieses auf 8000 Mann angowachsene Corps rückte dreimal, im Mai, im August und imDecember, gegen die Rebellen vor, zog sich jedoch eben so oft nach wenig bedeutenden Gefechtenwieder zurück. Am 23. Juni hatte das Reichs-Kammergericht auch noch die niedersächsischenTruppen zur Verstärkung des Executions-Corps aufgeboten. Die gleichzeitig in Frankfurt statt-gehabten Unterhandlungen scheiterten an der Hartnäckigkeit der Rebellen; endlich forderte dasReiehs-Kammergcricht am 20. December die Regierung des burgundischen Kreises zu Brüssel auf,die Execution mit Nachdruck zu unterstützen. Sogleich rückte ein österreichisches Corps ausLimburg vor und vereinigte sich am 3. Jänner 1791 mit dem Reichsheere. Als dieses nungegen Lüttich anrückto, unterwarfen sich am 12. Jänner Stadt und Land, und der Fürst-Bischofkehrte am 13. Februar in seine Residenz zurück.
Noch war der Kampf in den Niederlanden nicht zu Ende geführt, als auch Preussen undPolen eine feindselige Stellung gegen Österreich oinnalimen. Zwischen diesen beiden Mächten