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1 (1857)
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August drang der Grosswesir über die Donau bei Alt-Orsowa in dag Banat ein. Feldmarsehall-Lieutenant Graf Wartensleben hielt ihn bis Ende des Monats in seiner Stellung bei Mehadia aufund zog sich erst später naclVKornia und Fehnisch zurück. Der Kaiser hatte bei Semlin30,000 Mann stehen gelassen und war mit 40,000 ins Banat marschirt. Er stellte sich bei Karan-sebes. Als der Grosswesir nahte, zog sich das Heer in der Nacht des 20. 21. September nachLugos. Ungeachtet der errungenen Vortheile wagte der Grosswesir keinen Angriff, sondernging Anfangs October gegen Panesova, und da am 21. durch General Graf Harrach Uj-Palankagenommen worden, nach Belgrad zurück. Der Kaiser führte die Truppen der Hauptarmee nachSemlin und liess sie im November die Winterquartiere beziehen. Es wurde für die im Banat undin Sirmien aufgestellten Österreicher mit den in Serbien stehenden Türken ein Waffenstillstandgeschlossen.

Die kaiserliche Armee hatte zu Ende dieses Feldzuges ausser den eroberten türkischenFestungen einen grossen Theil der Moldau und Walachei und mehrere Bezirke von Bosnienund Türkisch-Croatien eingenommen. Am 5. December schied der Kaiser krank von der Armee,die er nie mehr sehen sollte. Er, der seine Person allen Zufällen des Kampfes auszusetzenpflegte, und bei Schabacz den feindlichen Geschützen so nahe gekommen war, dass dicht an seinerSeite drei Kanoniere erschossen wurden, er, der sich zu sehr den Anstrengungen und Strapazenwährend den neun Monaten, als er die Armee commandirte, hingageben hatte, er konnte beiseinem kühnen Geiste die Erfolge des ersten Kriegsjahres nicht genügend finden. Der Feldzug hatteungeheure Opfer gefordert, 25,000 Krieger lagen krank in den Spitälern. Gerne würde der Kaiserunter ehrenvollen Bedingungen und ohne Verletzung seines Wortes als Russlands Bundesgenosseeinen Frieden eingegangen sein, und es erbot sich Spanien, ihm einen vortheilhaften Separatfriedenmit der Pforte zu vermitteln. Aber der Kaiser entgegnete hochherzig, dass er Russland seinWort gegeben; einen Separatfrieden eingehen hiesse sein Wort brechen, und dessen sei ernicht fällig.

Der neue Sultan Selim III. liess im Frühjahr 17S9 zahlreiche Armeen ins Feld rücken.Prinz Coburg befehligte den linken Flügel der Österreicher in der Moldau, und links vo-n ihmstanden die Russen unter Repnin und Suworow. Coburg rückte Anfangs Juni in die Walachei.Mit Suworow vereint besiegte er am 1. August bei Fokschan den Seriaskier, am 22. Septemberbei Martinesije den Grosswesir. Im November liess Coburg Bukurest besetzen. Das Corps inSiebenbürgen, unter Feldmarschall-Lieutenant Fürst Hohenlohe, schlug alle Angriffe der vomGrosswesir aus Rustschuck gesendeten Colonnen auf die Grenzpässe zurück, besiegte in derWalachei am 7. und 8. October ein türkisches Corps bei Porcseny und Weideny und besetzteam 13. November Krajova. Die Türken waren nach Aufkündigung des Stillstandes im Augustins Banat eingedrungen. Feldzeugmeister Graf Clerfayt schlug sie zweimal bei Mehadia undvertrieb sie aus dieser Landschaft, dann schickte er ein Corps nach der Bulgarei, das am9. November Gladowa eroberte.

Die im Centrum stehende Hauptarmee genoss im Winter 1788 .1789 und im Frühjahreine ungestörte Ruhe. Feldmarsehall Loudon übernahm im August das Commando derselbenvon dem erkrankten Feldmarschall Hadilc und liess den Stillstand aufkündigen. Anfangs Sep-tember ging er über die Donau und belagerte Belgrad, das sich am 9. October ergab. Nunwurde ein grosser Theil Serbiens besetzt.

Die Ende October begonnene Belagerung von Neu-Orsowa wurde später in eine Blockadeverwandelt. In Croatien hatte Feldmarschall Loudon schon früher (9. Juli) Berbir erobert unddie späteren Angriffo der Türken zurückgeschlagen.