Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

198

Die vortrefflichen Dienste, welche Wallis cli geleistet hatte und wofür ermit dem Ritterkreuze ausgezeichnet wurde, verschafften ihm die Ehre, dassihm im bayerischen Erbfolgekriege als Oberst des Banal-Husaren-Regimentsder Yorposten-Cordon gegen Troppau anvertraut wurde, wo er so gute Anstaltentraf und wiederholte feindliche Versuche vereitelte, dass er zum General-Majorbefördert wurde. Im Türkenkriege war Wallisch in Croatien angestellt undwusste alle lebhaften Versuche der Türken, unsere Cordonslinie zu durchbrechen,zu vereiteln, wie er denn auch durch die besten Vorkehrungen im Jahre 1789den vom Pascha von Skutari nach Bosnien abgeschickten Succurs aufhob. Errückte 1789 zum Feldmarscliall-Lieutenant vor und erhielt das vierte Kürassier-Regiment. Darauf kam er als Commandirender in die Karlstädter Grenze und starbzu Wien am 2. Jänner 1793 im 61. Lebensjahre.

WlMLHOFER von Wi n k 1 s b u r g, M a 11 h i a s, Oberst-Lieutenant und Comman-dant des Garnisons-Artillerie-Districts zu Peterwardein, war einer der ältestenVeteranen der Armee; er erreichte das 90. Lebensjahr und hat 72 derselben demVaterlande gewidmet. Im Jahre 1709 zu Mittelbach, einem Pfarrdorfe bei Zwey-briiek in Bayern, geboren, trat Winkl hofer den 1. Jänner 1720 als Büchsen-meister in die Artillerie, und leistete bis zum Schlüsse des siebenjährigen Kriegesvielfältige und erspriessliche Dienste. Schon 1746 ward er Unterlieutenant, am1. März 1758 aber wirklicher Stuckhauptmann und im Jahre 1761 mit dem Prädi-cateWinklsbürg in den Adelsstand erhoben. Im folgenden Jahre kam er zurBesatzung nach Schweidnitz und führte während der Belagerung die Direction desArtillerie-Departements. In dieser Function hatte er nicht nur die beste Ordnungbei demselben gehalten, sondern auch Geschicklichkeit in seinen Vorkehrungenund Tapferkeit vor dem Feinde an den Tag gel ögt, so zwar, dass Feldmarschall-Lieute-nant Guasco ihn auf das Ehrenvollste zu empfehlen sich veranlasst sah. DieseBelagerung und die darauf erfolgte Kriegsgefangenschaft hatte aber seine körper-lichen Kräfte so sehr angegriffen, dass er lange Zeit mit einer schweren Krankheitzu kämpfen und erst nach wiederhergestellter Gesundheit die Gelegenheit hatte,seine ausgezeichneten Leistungen höheren Orts geltend zu machen, welche auchdurch die nachträgliche Verleihung des Ritterkreuzes gewürdigt wurden.

Nach hcrgcstelltem Frieden wurde Winklhofer als Zeug-Lieutenant demGarnisons-Artillcrie-Districte in Peterwardein beigegeben, wo er 1772 zum Oberst-Lieutenant vorrückte, und in dieser Anstellung am 18. März 1799 sein thatenreichesLeben und seinen in den Annalen der Armeegeschichte damals wohl noch nichterreichten 72jährigen activen Dienst beschloss.

UNGAR von Raab, Johann Freiherr, Oberst-Lieutenant, einem alten böh-mischen Geschlechte entsprossen, war zu Palanka im Banate 1729 geboren. Sein