Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
199
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Vater blieb 1737 im Feldzüge gegen die Türken; der Sohn trat während des Erb-folgekrieges 1745 als Ingenieur ein und machte sich durch die Befestigung desMonte Alfonso und der Feste Verfiulo verdient. Bei Genua that sich Ungar hervorund trug eine Wunde davon. Im zweiten Feldzuge des siebenjährigen Kriegesstand Ungar als Oberlieutenant bei Leopold Daun-Infanterie Nr. 59 und zeich-nete sich bei der Eroberung der Festung Schweidnitz unter General das dy, woer mehrere Wunden erhielt, vortheilhaft aus. Er nahm ein Blockhaus und bemäch-tigte sich mit stürmender Iland eines Werkes. In der bald darauf erfolgten Belage-rung von Breslau bot er sich, im December 1757 zum Hauptmann vorgerückt,freiwillig an, zur Erleichterung des angestrengten Dienstes nach Kräften zu wirkenund bei dem auf der Taschen-Bastion gelegenen Pulverthurme die Wache, ohneabgelöst zu werden, zu verrichten. Obschon dieser Posten durch das stete Bom-bardement des Feindes sehr gefahrvoll war, hielt er doch so lange aus, bis derPulverthurm mit ihm in die Luft gesprengt wurde. Man gab ihn verloren, dochsein Kamerad Mayerfeld von Noipperg-Infanterie Hess den Todtgoglaubtcnaus den Trümmern ausgraben und Ungar erholte sich binnen Jahresfrist wieder.Er begab sich zur Armee, focht bei allen Gelegenheiten mit, und erwarb sich beiTorgau 1760 das Ritterkreuz. Mit seiner Compagnie that er in dieser SchlachtWunder der Tapferkeit, wurde blessirt, hielt jedoch bei der Truppe so lange aus,bis eine zweite lebensgefährliche Verwundung ihn dienstunfähig machte und erbesinnungslos vom Schlachtfelde weggetragen werden musste. Im Jahre 1763 zumMajor befördert, wurde er gleichzeitig in den Freiherrnstand erhoben.

Die vielfältigen Blessuren nöthigten Ungar, die letzten Tage einen Friedens-posten zu suchen. Er wurde Commandant der Monturs-Commission in Kremsierund 1780 als Oberst-Lieutenant in das Invalidenhaus nach Wien übersetzt, wo eram 6. Februar 1789 verschied.

FASSIGNIES deGaillard,Emmanuel Freiherr, Oberst-Lieutenant, zuMonsim Jahre 1718 geboren, gehörte einer altadeligen Familie an, trat im 22. Lebens-jahre in kaiserliche Dienste, und war 1744 Fähnrich beim 28. Infanterie-RegimenteArenberg, mit welchem er in den Schlachten bei Rocour und Laffeld focht,und nach dem Aachener Frieden zum Oberlieutenant vorrückte. Im Jahre 1752zum Capitän-Lieutenant und vor Beginn des siebenjährigen Krieges zum Ilaupt-mann befördert, kämpfte Fassignies in den Schlachten bei Breslau und Maxenmit Auszeichnung, erwarb sich bei Dresden (1760) neue Verdienste, wurde aberbeiTorgau gefangen. Im März 1762 ranzionirt, erhielt er für die besondere Auszeich-nung bei Frauenstein das Ritterkreuz. Es war von den k. Generalen derEntschluss gefasst worden, den Prinzen Heinrich aus seinem vortheilhaften Lagerbei Frauenstein zu vertreiben. Hauptmann Fassignies trug sich am 27. Septemberan, mit 200 Freiwilligen die Preussen in einer an der wilden Weistritz jenseits