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1 (1857)
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Baden am 11. Jänner 1719 geboren. Dieser tapfere Reichsfürst batte sieb vonseiner frühesten Jugend an dem Kriegerstande gewidmet und dem Hause Österreichmit einer unerschütterlichen Anhänglichkeit bei allen Gelegenheiten die vortreff-lichsten Dienste geleistet. Schon im Türkenkriege von 1737 zeigte er bei derAffaire von Banyaluka einen, auch in den grössten Gefahren besonnenen Muth undwurde amFusse verwundet. Er wohnte hierauf als Oberst des reducirten Dragoner -Regiments Koliäry den Feldzügen in Italien unter den Fürsten Liechtensteinund Lobkowitz gegen die Spanier und Neapolitaner mit vieler Auszeichnungbei. Besonders hat ihm seine Unternehmung auf die Stadt Mailand im Jahre 1746,wo er mit einem Cavallerie-Detachement nach einigen starken Märschen die in derStadt gelegenen Spanier ganz unvermuthet überfiel, sehr viel Ehre gemacht.Löwenstein-Wertheim griff mit so viel Klugheit und Entschlossenheit an, dasser die Spanier nach einem beträchtlichen Verluste zwang sich in das Castell zuwerfen; hier musste sich ihm der Oberst Spinola mit 250 Mann und 13 Kanonenam 21. August ergeben. Der Fürst brachte hierauf die Nachricht der Eroberungvon Genua nach Wien und rückte 1752 zum General-Major vor.

Gleich in dem ersten Treffen des siebenjährigen Krieges, am 1. October1756 bei Lobositz, hatte Löwenstein-Wertheim als Feldmarschall-Lieutenantan der Spitze von 4 Cavallerie - Regimentern die preussische Reiterei, welche inunsern rechten Flügel einbrechen wollte, mit einem so entscheidenden Erfolge bishinter ihre Infanterie zurückgeworfen, dass sie während der ganzen Schlacht nichtmehr zum Vorschein kam. In dem folgenden Feldzuge wohnte Löwenstein-Wertheim sowohl der Schlacht von Kollin, als auch allen andern Treffen undUnternehmungen von Wichtigkeit bei. Besonders aber hatte sich derselbe in derSchlacht bei Breslau so sehr hervorgethan, dass Prinz Karl von Lothringen inder ersten Nachricht von dem erfochtenen Siege an die Kaiserinn Maria Theresiaschrieb: „Morgen schicke ich an Eure Majestät mit der ausführlichen Relation vondiesem grossen Tage den Fürsten Löwenstein, der in dieser Schlacht die Cara-hiniers und Grenadiere zu Pferd angeführt, und Alles, was man von Klugheit undTapferkeit fordern kann, an den Tag gelegt hat.“ Im Jahre 1762 unternahmen diepreussischen Generale Seidlitz, Kleist und Belling, theils um die ReichsarmeezurVerlassung von Dresden oder von ganz Sachsen zu nöthigen, theils um die zuAussig, Lobositz und andern Orten angelegten Magazine der Österreicher zu ver-nichten und in der umliegenden Gegend Brandschatzungen einzutreiben, mehrereEinfälle aus dem Erzgebirge nach Böhmen. Fürst Löwenstein, seit demjalirel760zum General der Cavallerie vorgerückt, erhielt den Auftrag, mit einem Corps von8 Bataillonen Infanterie und 3 Regimentern Cavallerie das Land zu decken, und nahmauf den Anhöhen bei Kloster Ossek, Grabe und Heudorf Stellung. Am 2. Augustmit Tagesanbruch rückten die Preussen, 13,000 Mann stark, in zwei Colonnen vor,von welchen das Corps des Generals Seidlitz über Brüx, Neuhof und Dux, jenes