können, nach Böhmen zurückkehren. Die Sachsen capitulirten am 15. October. Friedrich stecktediese Truppe unter seine Regimenter und gab dem Kurfürsten einen Pass nach Polen. Gegen EndeOctober räumten die Preussen Böhmen, Schwerin ging nach Schlesien, der König nach Sachsen.
Neue Verträge und Bündnisse wurden in dieser Zeit ins Leben gerufen. Ihre "Wirkungzeigte sich im zweiten Feldzuge des Jahres 1757. Russland sendete sein Heer durch Polengegen Preussen, Frankreich und Schweden erklärten, dass sie, als Bürgen des westplnilischenFriedens , den von Preussen bedrohten deutschen Reichsständen zu Hülfe ziehen müssten. DerMarschall d’Estrees führte aus den Niederlanden ein französisch-österreichisches Heer über denRhein gegen Preussisch-"Westpkalen und Hannover. Eine Reichsexecutions-Armee wurde errichtet.Auf der andern Seite zog der Herzog von Cumberland gegen die das nordwestliche Deutschlandbedrohenden Franzosen ein Heer von Hannoveranern, Braunschweigern und Hessen- Casselernzusammen.
Prinz Karl von Lothringen und Feldmarschall Browne deckten im Frühjahre 1757 dieböhmische Grenze von Eger bis Troppau. General der Cavallerie Graf Serbelloni stand miteinem Corps bei Iiöniggrätz, General der Cavallerie Graf Nädasdy mit einem andern in Mährenund Schlesien. Der König von Preussen drang im April mit vier Colonnen zugleich aus Sachsenund der Lausitz nach Böhmen ein und rückte gegen Prag. Hier hatte Prinz Karl sein Heerzusammengezogen. Er verlor am 6i Mai die Schlacht und warf sieh mit der Mehrzahl seinerTruppen in die Stadt.
Friedrich begann die Belagerung. "Während derselben zog der Feldmarschall Graf Daunden nach Beneschau entkommenen Theil des geschlagenen Heeres, das früher von Serbellonibefehligte Corps und die aus Mähren berufenen Truppen an sich, und stand am 17. Juni bei Planianunweit Kollin.
Der König liess die Belagerung von Prag durch den Feldmarsehall Keith fortsetzen. Mitseiner Hauptmacht griff er den Feldmarschall Grafen Daun am 18. Juni an, wurde aber aufs Hauptgeschlagen. Der Sieg, den Daun erfochten, war so vollständig, dass der König die Belagerung vonPrag sogleich aufheben liess, Böhmen räumte und mit einem Theile des Heeres nach Sachsenging. Daun verfolgte den anderen nach der Lausitz ziehenden Theil der Preussen, und derkaiserliche General Macquire eroberte Gabel (15. Juli) und zerstörte Zittau (19. Juli), währendder kaiserliche Oberst Jahnus in Schlesien eindrang, ein kleines preussisches Corps, unter demGeneral Kreuz, schlug, und sich in dem Gebirge bei Landshut festsetzte.
Der Marschall d’Estrees war in Hannover eingedrungen und besiegte am 26. Juli denHerzog von Cumberland bei Hastenbeck. Der Herzog zog sich gegen Stade zurück, wurde vondem neuen Befehlshaber dieser französischen Armee, dem Herzog von Richelieu, eingeschlossenund Unterzeichnete am 8. September die Capitulation von Kloster Seven, welcher zu Folge diesesalliirte Heer aufgelöst wurde.
Richelieu wendete sich nun gegen die preussischen Länder, besetzte das Fürstentum Halber-stadt und bedrohte die Stadt Magdeburg.
Im Juli eroberten die Russen Memel, Tilsit, Gumbinnen u. s. w. Ein schwedisches Corpsdrang im September, von Stralsund aus , nach Preussisch-Pommern ein, und nahm mehrere Städteund Inseln. Die Reichsarmee hatte sich im Juli bei Nürnberg gesammelt, wurde im August durchösterreichische Truppen verstärkt, und vereinigte sich Anfangs September bei Erfurt mit dem fran-zösischen Corps des Prinzen Soubise.
Indess hatten die Preussen gegen die von so vielen Seiten ihr Land bedrohenden Gegnergrosse Thätigkeit bewiesen. General Lehwald griff am 30. August bei Gross-Jägerndorf die