Verstand erleuchtet, unsere Herzen reinigt und heiligt,und zu allem Guten ermuntert und stärkt.
Diese beseligenden Lehren des Glaubens könnenuns nur zur höchsten Verehrung, Dankbarkeit undLiebe des dreieinigen Gottes stimmen, Der SeinErkennen und Wollen zur Beförderung unscrs höch-sten Gutes, unserer ewigen innigsten Vereinigungmit Gott durch Liebe verwendet, dadurch aber auchuns gewaltig auffordcrt, uns selbst recht zu würdi-gen, zu ehren und zu lieben, und auf gleiche Weiseunsere Nebenmcnschen, welche, da sie wie wir nachGottes Bilde geschaffen sind, mit uns den nämli-chen Ursprung und dieselbe Bestimmung haben, indas Recht eingesetzt sind, von uns mit Bruderliebeumfasst zu werden.
Die christliche Glaubenslehre ist hienach die Lehrevon den Gegenständen und Gründen unserer Liebe,und stellt uns Gott, uns selbst und unsere Nächstenals Gegenstände unserer Liebe dar ; Gott als Gegen-stand unserer höchsten, uns und unsere Nächsten alsGegenstände unserer gleichen Liebe. Darum antwor-tete denn auch Jesus aus die Frage des jüdischenGesetzlehrers, welches das größte Gebot im Gesetzesei: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben vonganzem Herzen, und von ganzer Seele und von dei-nem ganzen Gemüthe. Dieses ist das größte undvornehmste Gebot. Das andere ist ihm gleich: Dusollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An die-sen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die