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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
Entstehung
Seite
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verdiente göttliche Gnade hergestellt, nnd vielleichtdurch Sein Mustergcbet praktisch und darum be-stimmt die Antwort auf diese Frage gegeben hat.

Und von Wem könnten wir auch noch vernünftigeine Antwort hierauf erwarten, als von Ihm! Nunlehrt Er uns beten:Unser Vater" . . .Unsertägliches Brod gib uns heute" . . .Vergib unsunsere Schulden" :c. Wenn wir dies betrachten,und den Geist des Christcnthums, insofern er hier-in Betracht kommt, dagegen halten: so unterliegt eskeinem Zweifel, daß Jesus nicht wolle, daß Jederfür sich allein bete, sondern daß unser Gebet ein ge- !

meinsames sei, daß Einer für Alle bete, wie Er, unser ^

Heiland, in Sich Alle vereinet hat.

Worin besteht denn der hier in Betracht kom-mende Geist des Christenthums?

Der Geist des Christenthums ist Geist der Liebe;die ganze Gesetzgebung desselben ist auf Liebe ge-gründet; ohne thätige Liebe kein Christenthum. Diechristliche Glaubenslehre stellt uns Gott alsden ersten und höchsten Gegenstand unserer Liebe dar,sowohl wo sie Ihn an Sich, als wo sie Ihn inSeiner Verbindung mit uns zeigt. Sie lehrt Ihnuns als ein Wesen kennen, Welches alles Schöne,Gute, Vollkommene ohne alle Beschränkung in Sei-ner Natur vereinigt; Welches also unsere Vernunftder höchsten Achtung und Liebe würdig erklären muß.Damit aber diese Liebe um so gewisser in unserm