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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
Entstehung
Seite
18
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bitten. Wir müssen daher hier unter li. die Fragebeantworten: Worum soll der Christ bitten? unddann unter e. die Antwort auf die Frage nach derBeschaffenheit des Verlangens folgen lassen. NachChristi Lehre über den Zweck, wozu Gott uns Men-schen in's Dasein gerufen, sollen wir zeitlich undewig (durch innigste Vereinigung mit Gott in unddurch Liebe) glückselig sein; zeitlich aber nur insofern,als unsere ewige Glückseligkeit dadurch nicht behin-dert oder gefährdet wird. Solche Behinderung oderGefährdung unserer ewigen Glückseligkeit durch das,was uns, wenigstens nach unserer Kurzsichtigkeit, zeit-lich glücklich machen würde, ist aber aus dem Grundeleicht möglich, weil wir die ewige Glückseligkeit nichtunbedingt, sondern unter der Bedingung moralischenVerdienstes, und angemessen solchem Verdienste, er-langen sollen. Da nun der Heiland auf solche Weiseunsere zeitliche Glückseligkeit der ewigen untergeordnethat: so muß Er folgerecht auch wollen, daß dasGut, um welches wir Gott bitten, entweder Mittel,zu unserer höchsten Bestimmung zu gelangen, oderdaß es Verzeihung, oder daß es Abwendung dessen,was uns die Erreichung der ewigen Seligkeit er-schweren oder gar unmöglich machen würde, sei; einViertes kann Ihm nicht mehr würdiger Gegenstandunserer an Gott zu richtenden Bitte sein. Was sichuns hier als Folgerung aus Jesu Lehre vom Zweckeunsers Daseins ergibt, bestätigt nach Matth. 6, 9 ss.Jesus Selbst ganz auffallend, indem er sagt:Ihr