17
und Zöllner, Luc. 18, 10—14, lehrt der Heilandausdrücklich die Nothwendigkeit des demüthigen Vor-trages. Er soll ferner von Vertrauen beseeltsein: denn unser Verhältniß zu Gott ist nach JesuLehre das Verhältnis; der Kinder zum Vater, undzwar deßwegen: weil unser Erlöser durch Sein füruns vollbrachtes Werk uns in dies Verhältnis zuGott gesetzet hat. Darum schickt Er auch dem unsvon Ihm mitgetheilten Mustergebete die einleitendenWorte voraus: „Vater unser, der Du bist in denHimmeln" — und Sein Apostel sagt Hebr. 4, 16:„Laßt uns hintreten mit Zuversicht zum Throne der„Gnade, auf daß nstr Erbarmung finden und Gnade„erlangen in der hülfsbedürftigen Zeit!" Der Vor-trag soll endlich begleitet sein von Ergebung inGottes Willen, kraft deren wir unserer Kurz-sichtigkeit wegen es Gott getrost anheimstellen, obund wann Er die verlangte Erweisung gewährenwolle. Einen solchen Vortrag in Gottergebenheit lehrtuns der Heiland practisch, indem er betete: „Mein„Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch vor Mir„vorüber; doch, nicht wie Ich will, sondern wie Du!"Und zum zweiten Male: „Mein Vater, kann dieser„Kelch nicht vorübergehen, ohne daß Ich ihn trinke„— Dein Wille geschehe!" Matth. 26, 39 u. 42.
1>) Der zweite Bestandtheil des Bittgebetes, dasVerlangen, richtet sich in seiner nähern Bestim-mung nach der Natur der Erweisung oder desGutes, worum wir im Sinne und Geiste Jesu Gott