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Dogmatische Abhandlung über das Gebet
Entstehung
Seite
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reden. Aus dem Glauben, daß Gott unser absolutguter und heiliger Schöpfer ist, entspringt uns, wennwir beten wollen, die im Gefühle unsers Nichts bisdahin gesteigerte Demuth, daß dieses Wort Demuth,was die deutsche Zunge (und ich glaube nicht, daßeine andere Zunge eine so gute Benennung hat)dafür gebraucht, nur ein schwaches, der Natur derSache nicht gehörig angemessenes, und darum nichtgenug energisches Zeichen ist. Wir haben es indeßgewählt, und sind über seinen Sinn einverstanden,und dann ist, nächst der Liebe und dem Vertrauen,die Demuth der dritte Bestandtheil der Gemüths-verfassung, worin wir beten sollen. Nach Christi An-leitung sollen wir also liebend und vertrauend, d. h.kindlich, und dann demüthig, d. h. als Geschöpfebeten. Die Fähigkeit, mit Liebe und Vertrauen undDemuth zu beten, haben wir indeß von Geburt ausnicht, weil diese uns als Erbsündcr hinstellt; dievon Christus uns verdiente Taufgnade hat sie unsverschafft. Und sind wir, zum Vernunftgebraucheherangereift, so unglücklich, wirkliche Sünder zu wer-den: so ist es die sacramentalische Bußgnade, welcheuns die nach der Taufe verlorne Fähigkeit, so zubeten, wiedergibt. Wir bedürfen daher zum Betender von Jesu Christo verdienten göttlichen Gnade,und können nur beten im Namen Jesu Christi, d. h.versehen mit der von Ihm gezeichneten Beglaubi-gung, Seiner Gnade theilhaftig zu sein, was unsder von Ihm gesendete heilige Geist, als Sein