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weckendes Zeichen der gottgeweihten Stimmung desInnern.
Das Gebet, insofern es Erzeugnis^ menschlicherFreiheit ist, kann unmittelbar und auch mittelbar ausdem Gemüthe hervorgehen. Es entspringt unmittel-bar aus dem Innern des Beters, wenn dieser beimReden mit Gott seinen eigenen religiösen Gefühlenfolgt, und sich der Gedanken bedient, die in seinergerade vorhandenen Gemüthsverfafsung sich ihm dar-bieten. Wenn aber der Betende sich der Worte und >der dadurch in Form eines Gebetes ausgcdrücktenGedanken und Empfindungen Anderer bedient, kurz,sich mündlich oder schriftlich vorbeten laßt, und mit-telst solcher Nachhülfe in den Zustand des Bctenssich versetzt: so kommt das Gebet mittelbar aus demGemüthe. Jenes Gebet, was die genannte Unmit-telbarkeit hat, ist unstreitig das vorzüglichere, weilals reines Selbsterzeugniß (insofern solches mensch-liche Kraft erlaubt) das eigenste, und kann durcheine gegebene Formel nicht ersetzt werden. Mögenaber auch Gebetsformeln ein Umweg sein, und vonAußen hineinführen oder wecken, was nun, angceig-nct oder geweckt, wieder von Innen herauskommt,so sind sie doch nur für Menschen von seltener Gei-steskraft und Bewandertheit in religiösen Betrachtun-gen und Empfindungen, und selbst für diese nichtimmer, unnütz oder unnöthig. Auch die geistigstenund geistlichsten Erdenpilger werden nach der Erfah-rung öfter von Dürre und Trockenheit des Geistes