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Koch wenn das Ansehen der Staaten sich nicht so leichtvereinigen kann, dieses Vorurthcil auszurotten, so wird viel-leicht die fortgehende Aufklärung der Menschen es von selbstin Vergessenheit bringen. Aber auch dieser Zeitpunkt scheintnoch weit entfernt zu seyn. So lange das Wort Ehre noch -etwas ausdrükt, welches das Eigenthum eines Standes- >nicht das Vorrecht des Menschen ist; so lang cS eine Ehregibt, von welcher mün gar nicht sagen kann, auf welchem ^Theile des Wesens, auf welcher Eigenschaft, auf welcherHandlung des Menschen sie beruhe; die lediglich einen No-men und die öffentliche Meynung zum Grunde hat — (undgerade ist die Ehre des Edelmannes, die mit dem Degenvertheidiget wird von dieser Art) so wird dieselbe nothwendigdurch jeden Angriff zerstöret werden, und sie wird nicht an-ders gerettet werden können, als durch den Untergang des-sen , der sie angegriffen hat,
Darauf zielten die Duelle zuerst ab; und wenn .die-jenigen, die wir heut zu Tage sehen, nicht mehr ein«so ernste Absicht haben, so ist es eben deswegen, weildas Principium, woraus sie entstanden > sich etwasgemildert, das Vorurthcil sich der Wahrheit etwas genä-hert hat. Wenn aber je zu einer künftigen Zeit, sagtferner jener verdienstvolle Mann, das Wort Ehre nichts an-ders ausdrükcu wird, als die Ueberzeugung des Publikums,daß ein Mann die Pflichten seines Standes erfüllet, daßer sich untadelhaft aufgeführt habe; so wird dieselbe auchdurch nichts beflekt werden können, als durch Beweise, daßer ein Heuchler oder ein Bösewicht gewesen sey: so wirdsie, wenn sie angegriffen worden ist, wieder hergestellt wer-den können; denn es wird möglich seyn, die öffentliche Mey-nung durch die wahre Darstellung der Sachen zu berich-tigen.