Einleitung.
ein verjährtes Vorurthcil angreift, nnd drohte esauch unserm Glük lind Leben > der hat es mit einem Un-geheuer zu thun, daö schwer zu besiegen ist; und Ge-wohnheit. die mau einmal aufgenommen bat. ist ein Schoos-sind unsrer Seele, daS sich nicht ohne harten Kampf vonder gesunden Vernunft verdrängen läßt. Es gehört Ge-walt dazu, sie aus ihrem Schlummer zu bringen, unddie Hindernisse, welche sie uns entgegenstellt, wegzuräu-men. Diese Betrachtung sollte mich abschreien, einen Feindzu bestreuten, der zum Theil den blendenden Schimmer vonHerzhaftigkeit und Muth, daS falsche l'oint 6'bonneur,die misverstandcnc Ehre, und eine tiefeingcwurzclte Meynungzu Verthcidigungs-Gehülfen hat. Jedoch, ich wage denVersuch. Vielleicht bin ich so glüklich, dieser Hydra we-nigstens doch Einen ihrer Kopfe abzuhauen, ohne daß anseiner Stelle ein neuer hervorwachsen konnte.
Alles kommt auf die Vorstellung an, die wir uns voneiner Sache machen. Aus unrichtigen Vorstellungen habenalle fehlerhafte Handlungen ihren Ursprung. Die Begriffevon der Ehre — erbten die Deutschen von ihren rohen Ah-nen ; auS diesen entstund dann das falsch gewählte Mittel,sich durch die Duelle die Ehre der Herzhaftigkcit und denVamcn des tapfern Mannes zu verschaffen. Auf solche