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H. Abschnitt.
Was der Muth sey? Worin der Heldeumurh, dieStreitbarkeit, die Tapferkeit und die Hcrzhastligkcit bestehe? *)
^uth, Tapferkeit, Hcrzh aftigkeit, Helden«muth, die einen so beträchtlichen Theil der alten Tugend»lehre ausmachten, werden in der neuern Moral, wie einberühmter Philosoph, »nd noch neuerlich der mir unbekannteVerfasser des schonen und vortrefiichen Duchö über die Groß»muth bemerkt, fast ganz vergessen. Ueber der Tugend derDemuth, welche die Religion predigt, und die eine wahreTugend ist, wenn man sie entweder in die richtige Schäz-zung unsrer selbst, oder in die Empfindung der Gleichheitaller Menschen mit unS, und des Vorzugs vieler über uns, sc-zct, hat man das edle Gefühl des eigenen Werths,zu empfehlen vergessen, welches mit jener Demuth bestehenkann, und ohne welches wenig andre Tugenden bestehenkönnen. Weil in unsern jezigcn Regicrungsformen nicht alleBürger zum Krieg berufen sind, so hat man viele Klassenderselben von der Pflicht der Uncrschrokcnheit und der Ta-pferkeit in Gefahren losgesprochen; ja man hat die Erzie»hang einiger darauf angelegt, sie weichlich und feig zu ma-chen. Weil ferner bey uns der Unterschied der Stande grös-ser ist, und sich in den Sitten, im Umgänge viel merkst-
*) Ueber den Heldennutth im Kriegs - und Civilstaude,