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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
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meisten zuwider ist, oder sich am schlechtesten um uns ver-dient gemacht hat, wird uns doch in den Augenbliken stil-ler Betrachtung, immer noch als ein großes, edles, liebens-würdiges Geschöpf erscheinen; als ein Wesen, in welchemverborgne Schazc liegen, oder dessen Schönheiten durch Zu-fälle uncntwikclt geblieben und verdunkelt worden sind. Werseine Feinde unter diesen: Gesichtspunkte ansieht, dessen Herzwird zur liebreichen Empfindlichkeit gegen dieselben, wenig-stens bis zum Mitleiden bewegt werden können.

Die Liebe, welche gegen Feinde gefördert wird, ist dieallgemeine Menschenliebe. Diese aber als eine herrschendeGesinnung, ist nichts anders, als entweder, was ich schongesagt habe- Hochachtung und Liebe gegen die Natur desMenschen, (welche Hochachtung immer vereinigt ist mitder Verehrung ihres Schöpfers , und ohne diese vielleichtnicht statt findet;) oder, sie ist Mitleiden, mit den Schwach-heiten und Schmerzen, welche allen Menschen gemein sind. Die Gleichheit andrer mit uns, ist die Basis der Liebe.Es gibt eine allgemeine Gleichheit unter allen Menschen,selbst wenn ihre Charaktere oder ihre Leidenschaften noch sosehr einander entgcgcngesezt sind: die Gleichheit der Natur,nnd die Gleichheit der Noth. Wessen Verstand erleuchtetgenug ist, die erste einzusehen; wessen Herz empfindlich ge-nug ist, die andre zu fühlen: der ist vor einem dauerhaf-ten und bittern Hasse, auch gegen diejenigen gesichert, wel-che ihn am tiefsten verwundet haben. Nach der Erklärungunsers göttlichen Lehrers, der uns ein Gesez gegeben, dasdie Sclbstrache untersagt und die Feindesliebe befiehlt, be-stehet jene darin, daß ich denjenigen, der mich beleidiget,wiederum beleidige, und darin meine Genugthuung, undmeine Sicherheit gegen ihn suche.