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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
Entstehung
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mit großem Aufwand. Derjenige mußte von guter Herkunftseyn, der an dieser Ehre Antheil haben wollte. Die Söhneder Priester, der Bürger und Bauern, waren ausgeschlos-sen.

Die Religion mußte bey dem Ritterschlag auch dazwi-schen kommen. Der neue Ritter mußte sich baden, und ausdem Wasser von allen bösen Handlungen dergestalt gerei-nigt herauskommen, als wenn er noch einmal in der Tauftvon seinen Sünden wäre abgcwaschcn worden. Der Guttund das Schwert des Ritters, wurde eine Zeit lang ausden Altar gelegt, und mußte von dem Priester oder Bi-schofs erst eingesegnet werden, der hernach beydes dem über.reichte, welchem es gebührte. Die Normärmer, die der-gleichen kirchliche Gebrauche in England antrafen, spotte-ten darüber, und meinten, es sey Entehrung dcS ritterli-chen Standes, wenn es so andächtig dabey herginge. Siebegnügten sich daher damit, daß sie dem Ritter das Schwer!umgürteten und den Helm aussezten; und denen, die zuPferde dienen sollten, Sporne anlegten; und davon habe»einige Ritter den eigenen Namen erhalten, daß sie Lgui-tes snresti oder vergoldete Ritter hießen, weil die Sporn!vergoldet waren.

- Wenn sie nun Schwert, Helm und Sporne bekamen, ftlegten sie einen feierlichen Eid ab, daß sie keine Beleidign»-einfielen wollten; und dieser Eid wurde für die rechte Stüzkund Grundsänle der ganzen Ritterschaft gehalten. DichEid verband nicht allein die Ritter, vermittelst ihrer Waf-fen, Rache auszuüben, sondern sie wurden auch eben da-durch gegen alle Beleidigungen höchst empfindlich gemachtDenn es war eine unverlezliche Pflicht, auch die geringstBeleidigung durch Gewalt, oder durch ein Duell abzu-thun.