sucht, wenn er seinen Zwck nicht erreichen kann: wir las-sen uns einwiegen Lurch diese süße Täuschung — zu unsrerVäter Zeiten war es doch anders — ! wir bewundern ihreTapferkeit, ihren Muth, ihren Biedersinn, ihre reine en-thusiastische Liebe, ihre Freundschaft, ihre Gastfreyhcit —und sehen traürig in unsre Welt hinein» Wenn wir endlichvon den Eindrillen der ersten feurigen Bewunderung, et-was kühler geworden, und das Identische vom Wirklichenabsondern, so bleibt uns immer noch so viel gewiß übrig:
Jene Dichtungen, alte wie neuere, gründen sichauf Fakta der Menschheit, und die merkwürdige Erschei-nung der Rittergcsellschaften ist die schöne Blüthe derMenschheit, die jezt eben von Nohheit zur Verfeine-rung übergeht»
Die Zeiten der Barbarey, der Völkerwanderungen, dasAneinanderstoßen fremder Sitten und die gegenseitige Rei-bung, die Einführung der christlichen Religion, und derWeg, den ihre damalige Apostel sogleich gingen, mehr dasHerz oder die dunkeln Empfindungen anzufüllen, als denVerstand zu bebauen, kurz, alles jenes betäubende Sinnefef-selnde Gepränge, das der Reflexion wenig Raum laßt,«nd das verderbliche Lchenssysiem selbst, haben zusammen-gewirkt, dem Geist der Ritterschaft seine Gestalt zu geben.
Wir können demnach den Begriff der Rittcrzeit so ange-ben: Die Zeit der schwärmerischen Tapferkeitmit schwärmerischer in steife Galanterie geklei-deten Liebe und Religion , nach gesellschaftli-chen Rechten behandelt.
Die Geseze der berühmten Tafelrunde-Gesellschaft inSchottland, deren schon 524 gedacht wird , wurden in der
Folge