worden zu seyn, indessen hängt sie doch so nahe mit derersten Einrichtung zusammen, und wir finden selbst zu vielschöne Spure» wechselseitiger Verbindung unter den Rittern,als daß wir ihr hier nicht einen Pla- einräumen sollten.Freundesbündnisse zu Leben und Tod, sind eine schöne Er-scheinung in der ganzen Geschichte der Menschheit, oft wohl-thätig , oft schädlich, aber wie beynahe alles Menschliche,in ihrem Anfange gewiß edel und unschuldig. Unsicherheitund Gefahr, wie das gegenseitige Bedürfniß, sein Wesenün ein gleichverwandtes anzurükcn, haben sie erfunden.Unsre nordischen Vorfahren und die alten Gallier hattenihre brüderlich mit einander vcrbundnen Gesellschaften, wor-inn sich die jungen Kriegshelden feyerlich mit einem Eideverpflichteten, an einander zu hangen, im Leben und Tod;und wer zuerst siele im Streit, dessen Tod müsse vomUeberlebenden gerachet werden. — In den Heroen-Zeitender Griechen treffen wir auf so manches Heldenpaar:Äcbill und patroklus, (Drcstes und ipylades, Dämoniperithous und andre, sind herzcrhebende Muster. Manweiß> was Plato darüber geschwärmt ober wahr geredethat.
Was kann schöner seyn, als sich zu einem Bunde be-schwören , nicht von einander zu lassen in Lust und Freude,in Noth und Gefahr und in so manchem Gedränge des Le-bens. Bey den Wilden trifft man hin und wieder, dieseder Menschheit so würdige Gewohnheit an. Die Arioste,die Tasso, unser vortrefflicher deutscher Wieland, habenin ihren Gedichten jene Wunderzeiten, die Tage der Ein-falt, uns gleichsam zurückgespiegelt. Wir stehen an ih-ren Gemälden, mit enthusiastischer Trunkenheit, sehendas Ringen der Kräfte des Menschen, der so oft seineGränzen überspringen will, und übernatürliche Mittel vcr-