Druckschrift 
Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
Entstehung
Seite
294
Einzelbild herunterladen
 

2Y4

den andern darüber in Korrespondenz treten wollte. Dießiescze, »ach welchem 'bre Ehrengerichte die Awisiigkcitenunter den Studierenden zu schlichten hätten, könnten aber nichtin allen Steilen die des SvldatcnsiandeS si:a. Nur darinrnüch..n jene mit diesen übereinkonnncn, daß so wie jederDfsicier auch jeder ankommende Student a> geloben müßte,sich den Gesezen und Entscheidungen des Ehrengericht zuunterwerfen. Würde einer von ihnen sich diesen zuwider inein Duell einlassen, so müßte er rclcgirt und durc^ dir Be-kanntmachung des Verbrechens, auch auf keiner art rnUniversität mehr aufgenommen werden dürfen. Es war. zuwünschen, daß eben so leicht für den Militärstand als fürdie Hoycnschulcn Miucl zu finden seyn möchten, die Duelleabzuschaffen. Bey >cne»i ist da§ Vorurthcil zu alt, zu sehreingewurzelt und zu innig mir seinen Grundsäzcn verwebt,als daß man es so leicht vertilgen könnte: Bey der stu-dierenden Jugend aber isi es eigentlich weiter nichts, alseine bloße muthwillige Nachahmung, die nicht den gering-sten Einfluß auf ihre gegenwärtige noch künftige Bestimmunghaben kann. Denn was sollte wohl irgend eine Beleidigung,die der Student nicht sogleich mit dem Degen gerächt hat,für eine schädliche Wirkung aufsein künftig zu hoffendes Glükhaben können ? Wenn er nur gcschikt und gesittet, folglichals ein brauchbarer junger Mann von der Universität znrükkommt, fo wird man sicherlich, wenn er in ein Amt ein-treten soll, 'nicht nach seiner Herzhaftigkcit fragen, mit derer, nach der Sprache der Schläger, seine Händel als einbraver Kerl ausgemacht habe; das aber wird man wissenwollen, ob er siel) gesittet und wohl aufgeführt und etwasgelernt habe. Bey den Gerichtshöfen und in den Dicasterienist eS Niemand darum zu thun, einen Fechtmeister und Re-nommisten aufzunehmen, wohl aber einen rechtschaffenen,gewissenhaftcn Mann, der dasjenige verstehe und getreu zu