verwalten wisse, was ihm anvertraut, und wofür er be-zahle wird. Ein junger Arzt wird gewiß kein sonderlichesGlük machen, wenn er sich bey seinen Patienten mit derGcschiklichkeit, Menschen getödtet oder verstümmelt zu ha-be», rühmen wollte. Man verlangt vielmehr von ihm, daßer beschädigte Glieder heile, und, wenn es möglich wäre,selbst Todte ins Leben zurükrufe.
Wenn ein Krieger, den bey seinem Handwerk einmalangenommenen Grundsäzen zerre», sich selbst mit den Waf-fen Genugthuung verschaffen will, so ist er gewissermaßenzu entschuldigen und man sieht hier keinen Widerspruch; wenni wir aber einen Menschen sehen, der sich vorbereitet, einst^ zu der Friedens-Fahne zu schwören, und die Regeln zu lcr»^ nen, nach welchen er den Menschen Wahrheiten vorzutra-gen und einzuschärfen gedenket, die sich alle hauptsächlichauf Menschenliebe, Duldung, Großmuth uno Vergebungalles Unrechts gründen, und der sich dennoch nicht scheuer,jede Beleidigung, jedes Maulrümpfen mit dem Degen zurächen, so können wir ihm unmöglich unser Vertrauen undf unsere Achtung schenken.
Alle Krankheiten sind nicht allezeit von Grund auS zuheilen: der kluge Arzt gehet aber auf ihre Entstehung zu«rük und suchet ihre Ursachen auf. Er kann die Natur desMenschen nicht gegen alle Anfälle in Sicherheit stellen; aberer hat Mittel, sie mit Beyhülfe des Patienten dermaßenzu stärken, daß sie ihnen nicht unterliege. Eben so düuktmich, müssen wir eS mit unsern moralischen Uebeln ma-chen. Wir müssen auf die Quellen zurükgchcn, woraussie entspringen und diese abzuleiten suchen.
Entspringen die meisten Duelle, wie Niemand läugnenkann, aus der Unsittlichkcit überhaupt; können gute Sit-