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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
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zu finden, die mit richtiger, »»parteyischer Beurtheilung derUmstünde, und zuweilen mit kluger Ausnahme, ohne denwahren Sinn der Gcscze zu vcrlezen, Recht sprechen unddie Parteyen befriedigen konnten.

Endlich würde die fast allgemeine Meynung, daß dergleichenEhrengerichte, vor welchen der Herzhafte wie der Feige,der Boshafte wie der Edelgesinnte, Klagen anzubringenund Genugthuung zu hoffen hatte, das erste und mächtigstePrincipien» des Soldatenstandcs das zarte Ehrgefühl undden Muth schwächen, und eben deswegen eine solche Veran-staltung noch schädlicher machen würde, als es die durchGeseze eingeschränkten Duelle sind.

Bey dem Adel, der hierin gleiche Ernndsäze und gleich«Vorurthcilc mir dem Soldatenstande hat, und der es sowie dieser für schimpflich halt, wenn er sich wegen einerBeleidigung, die Genugthuung nicht selbst, sondern auf ge-wöhnliche Art durch bürgerliche Geseze, verschaffen wollte,würden einem Ehrengerichte auch gleiche Hindernisse >mWege stehen. Bey jedem Ritter-Canton, bey jedem Rit-ter-Kreise müßte ein Ehrengericht niedergesczt werden, wel-ches aber auch mit den nämlichen, oben bemerkten Schwie-rigkeiten zu kämpfen haben würde.

Eine ganz andere und weit leichter auszuführende Sachewäre die Einführung solcher Ehrengerichte auf Universitä-ten für die Studierenden. Nichts würde hier eine so höchstheilsame und nöthige Veranstaltung hindern können, als derMangel an ernstem Willen daran zu arbeiten. Die allge-meine Uebereinstimmung, welche für den Kriegsstand immereines der wichtigste» Hindernisse bleiben wird, würde ohneZweifel bey allen deutschen Universitäten zu bewirken seyn,sobald nur eine von ihnen den Ansang machen, und mit